Bahn will Reiseprofile ihrer Kunden vermarkten

Die Bahn möchte zukünftig die Reisedaten ihrer Vielfahrer vermarkten und damit Geld verdienen. Zu diesem Zweck lässt sie sich seit einigen Wochen neue Vertragsbedingungen von solchen BahnCard-Inhabern bestätigen, die auch Bahn-Bonus-Kunden sind. Künftig sollen diese auf ihre "individuellen Bedürfnisse" zugeschnittene Werbeangebote erhalten – von Kooperationspartnern wie Banken, Versicherungen oder Fastfood-Ketten. Die Daten, die die Bahn für ihre passgenaue Werbung erhebt, sind detailliert: Der Preis der Fahrkarte wird ebenso gespeichert wie der Abgangs- und Zielbahnhof, die Wagenklasse und die Verkaufsstelle. Die Bahn betreibe "keinen Datenhandel" sagt zwar die Bahn-Datenschutzchefin Chris Newiger. Doch für ihre Kooperationspartner will der Staatskonzern seinen Kundenpool immerhin so gezielt abfischen, dass die Partnerfirmen dann über die Bahn ihre Angebote platzieren könnten. Datenschützer stehen der neuen Schnüffelei skeptisch gegenüber: "Hier scheint die Bahn ihre Interessen über die schutzwürdigen Interessen ihrer Kunden zu stellen" sagt der auch für die Bahn zuständige Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix, der den Vorgang derzeit prüft. Noch kritischer sieht es Thilo Weichert, Datenschutzbeauftragter in Schleswig-Holstein: "Die Bahn wird sich damit eine blutige Nase holen."

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