Bahnchef Grube verliert Rückhalt im Aufsichtsrat - Vizechef Kefer muss wohl gehen - Billigtickets sorgen für Passagierrekord


Die ungelösten Probleme der Deutschen Bahn haben im Aufsichtsrat zu einem Vertrauensverlust in Konzernchef Rüdiger Grube geführt. "Wenn wir frei über Grube abstimmen dürften, wäre er seinen Job wohl los", sagte ein einflussreiches Mitglied des Kontrollgremiums dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Doch die Personalie wird eben im Kanzleramt entschieden." Weil Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weiterhin zu Grube steht, kann der 64-Jährige auf die Verlängerung seines Ende kommenden Jahres auslaufenden Vertrags setzen. Schlechtere Aussichten hat dagegen Vizevorstandschef Volker Kefer. Als Verantwortlicher für die Infrastruktur wird er intern für Kostensteigerungen beim Milliardenprojekt Stuttgart 21 verantwortlich gemacht. Zwar stützt der Aufsichtsrat, der Kefer grundsätzlich wohlwollend gegenübersteht, ihn noch. Aus dem Konzern verlautet allerdings, Kefer könnte binnen Wochen rausfliegen. Unterdessen steuert die Bahn 2016 auf einen Passagierrekord im Fernverkehr zu. Weil der Konzern so viele Billigtickets auf den Markt wirft wie noch nie, stieg die Zahl der Fahrgäste in den ICEs und ICs in den ersten Monaten des Jahres um fast zehn Prozent.



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