Buch des CDU-Vize Armin Laschet sorgt für Irritationen


Armin Laschet, Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen, könnte wegen eines Buchs in Bedrängnis kommen. In seiner Zeit als Integrationsminister veröffentlichte er 2009 "Die Aufsteiger-Republik". Dafür nahm er, wie DER SPIEGEL berichtet, offenbar umfassende Hilfe seiner Mitarbeiter im Ministerium in Anspruch, von der Vorzimmerdame über Referenten bis zu seiner damaligen Büroleiterin. Juristen, Beamtenvertreter und der Bund der Steuerzahler wittern Amtsmissbrauch und Verschwendung von Steuergeldern. Laschet hingegen ist sich keiner Schuld bewusst und bezeichnet die Mitarbeit als "Diensttätigkeit" im Rahmen der "öffentlichen Amtswahrnehmung"; den Erlös des Buchs habe er zudem gespendet. Es müsse nun "geprüft werden, ob es sich hier um eine unzulässige Anweisung des Ministers an seine Bediensteten gehandelt hat", sagt der NRW-Beamtenbund-Vorsitzende Roland Staude. Das könnte dann "Amtsmissbrauch gewesen sein". Ähnlich kritisch sieht den Fall auch Eberhard Kanski vom Steuerzahlerbund in Düsseldorf: "Es gehört nicht zu den Aufgaben von Mitarbeitern des Landes, als Ghostwriter ihres Ministers zu fungieren."



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