Bundesjustizminister Maas wegen Fußball in Erklärungsnot

Bundesjustizminister Heiko Maas, langjähriger SPD-Fraktionschef im saarländischen Landtag, gerät wegen der Fußballleidenschaft seiner damaligen Fraktion weiter in Erklärungsnot. Offenbar wusste Maas früher als bislang bekannt, dass der Landesrechnungshof die Ausgaben für das Fraktionsteam "Rote Hosen" missbilligte, und hatte Abhilfe angekündigt. Die Behörde hatte bereits im Jahr 2003 den finanziellen Aufwand für die Kickertruppe als "unangemessen" reklamiert und Sparsamkeit angemahnt. Nach Informationen des SPIEGEL teilte Maas den Prüfern damals mit, die Fraktion sei zwar anderer Auffassung, man werde aber dem Wunsch "Rechnung tragen". Weitreichende Konsequenzen hatte diese Einlassung offenbar jedoch nicht. Der Rechnungshof hat in seiner jüngsten Prüfmitteilung vor wenigen Wochen die Ausgaben für die "Roten Hosen" in der Legislaturperiode 2004-2009 gerügt. In dieser Zeit wurden, unter anderem für Turnierspiele im Schwarzwald, fast 80.000 Euro aus der Fraktionskasse bezahlt. Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken bestätigte, dass auch der Schriftverkehr aus dem Jahr 2003 nun Bestandteil der aktuellen Untreueermittlungen gegen zwei ehemalige Mitarbeiter der Fraktion sei. Maas will die Ermittlungen derzeit nicht kommentieren.

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