Bundespolizei schutzlos bei islamistischen Terrorangriffen


Die deutsche Polizei wäre bei einem islamistischen Terrorangriff wie in Paris vor gut drei Wochen relativ schutzlos. Das geht aus einer internen Analyse für Bundesinnenminister Thomas de Maizière hervor. Danach verfügt weder die Bundespolizei noch eine andere Polizeidienststelle über geeignete Fahrzeuge oder Schutzkleidung. Sowohl bei der Bundespolizei als auch bei den Bereitschaftspolizeien der Länder biete die vorhandene Ausstattung keinen Schutz gegen "die von den Attentätern in Paris verwendeten Schusswaffen des Typs Kalaschnikow", heißt es in dem internen Schreiben an den Minister. Gegebenenfalls könnten die Polizeikräfte von Bund und Ländern deshalb "an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gelangen". Derzeit erwartet die Bundespolizei zehn gepanzerte Fahrzeuge vom Typ "Eagle", die gegen Kalaschnikow-Beschuss geschützt sind und gerade von Afghanistan nach Deutschland gebracht wurden. Darüber hinaus gibt es innerhalb der Führung der Bundespolizei Überlegungen, Spezialeinheiten mit entsprechender Schutzausrüstung für die Abwehr von Terrorangriffen zu bilden. Zudem sollte jeder der knapp 80 Inspektionen, hieß es aus dem Bundespolizeipräsidium, ein gepanzertes Fahrzeug – Neupreis über 500.000 Euro pro Wagen – zur Verfügung stehen. In dieser Woche war de Maizière bei Finanzminister Wolfgang Schäuble, um zusätzliche Mittel für die Bundespolizeien und das Bundesamt für Verfassungsschutz einzuwerben.



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