Bundeswehrhubschrauber fehlt Prüfstempel

Die Bundeswehr nutzt Transporthubschrauber vom Typ NH90, deren Triebwerke nicht im üblichen Verfahren kontrolliert wurden. Bei rund hundert Turbinen, die bei Rolls- Royce in Oberursel montiert worden waren, entfiel die sogenannte Stückprüfung; in der "Lebenslauf-Akte" der Triebwerke fehlt der Prüfstempel. Zu den betroffenen Hubschraubern zählt wohl auch mindestens einer der NH90, mit denen das Heer in Afghanistan Verletzte evakuiert. In einer Stellungnahme des Verteidigungsministeriums heißt es, derzeit werde "ein Verfahren zur Nachprüfung" von Triebwerken geklärt, die mittlerweile wieder zur Wartung ins Rolls-Royce-Werk nach Oberursel zurückgekommen sind. Ein Betrieb der Hubschrauber sei zulässig, weil bei der Zulassung des gesamten Hubschraubers auch die Triebwerke abgenommen worden seien. Dieses Vorgehen, so das Ministerium, sei von den Zulassungsvorschriften gedeckt. Luftfahrtrechtler wider sprechen dieser Sichtweise. Die Montage eines Triebwerks muss in jedem Fall von einem Prüfer der Bundeswehr begleitet werden, was offensichtlich nicht der Fall war: Die Hubschrauber dürften deshalb vorerst nicht eingesetzt werden.

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