Deutsche Bank macht Rückzieher bei Lebensmittel-Spekulation

Die Deutsche Bank lenkt in der umstrittenen Frage der Agrarspekulationen ein. Künftig will das größte deutsche Geldinstitut sicherstellen, dass neue Finanzprodukte "nicht das Entstehen von Preisspitzen begünstigen", kündigt die Bank in einem Positionspapier an. So sollen keine Fonds mehr angeboten werden, die auf sogenannten Momentumstrategien beruhen, die also auf kurzfristige Preistrends bei Agrarrohstoffen setzen und damit tendenziell die Notierungen weiter nach oben treiben. Die Bank geht damit einen Schritt auf ihre Kritiker zu, die seit Langem den Rückzug aus diesen Geschäften fordern, weil sie möglicherweise Lebensmittel verteuern. Bisher hatte die Deutsche Bank einen Zusammenhang zwischen Rohstoffspekulationen und Hunger in der Welt stets bestritten. Die Verbraucherorganisation Foodwatch wertet die neue Strategie deshalb als "erstes Eingeständnis", fordert aber einen kompletten Stopp der Agrarinvestitionen statt eines "Mini-Teil-Ausstiegs". Kritiker aus der Entwicklungsorganisation Oxfam weisen darauf hin, dass einer der größten Fonds der Bank, der 733 Millionen Dollar schwere DWS Enhanced Commodity Strategy Fund, auf Momentumstrategien bei Agrarrohstoffen setzt.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.