Deutsche Krebshilfe steht im Verdacht von Vetternwirtschaft


Das Ansehen der Deutschen Krebshilfe droht durch einen Fall von Vetternwirtschaft in Verruf zu geraten. Der Sohn von Vorstandschef Hans-Peter Krämer verdiente offenbar über Jahre sechsstellige Summen durch die Initiative "Handball hilft", die die Organisation 2008 ins Leben gerufen hatte. Dessen Sport- und Kommunikationsagentur Stationwelt berechnete der Krebshilfe für die "Betreuung und Umsetzung des Konzeptes ,Handball hilft' für das Jahr 2013" einen Betrag von 126.140 Euro. Bei der Charity-Aktion "Handball hilft" unterstützen Bundesligateams die Krebshilfe darin, das Thema "Vorsorge" in die Öffentlichkeit zu bringen. Allerdings flossen im vergangenen Jahr nur 103.916,53 Euro aus den Aktionen der Handballer in die Kasse der Krebshilfe – und damit deutlich weniger, als Krämers Sohn der Hilfsorganisation für seine Arbeit in Rechnung stellte. Die Krebshilfe weist den Vorwurf der Vetternwirtschaft zurück. Die in Brühl bei Köln ansässige Firma habe den Auftrag für "Handball hilft" nicht "aus familiären Gründen erhalten", sondern weil "uns das Angebot dieser Agentur gegenüber denen anderer Agenturen am meisten überzeugt hat". Die Frage eines möglichen Interessenkonfliktes sei "seitens der Geschäftsführung regelmäßig offen angesprochen worden". Krebshilfe-Vorstand Krämer habe "zu keiner Zeit auf die Dienstleistung von Stadionwelt hingewirkt oder Einfluss genommen".



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