Deutsche Telekom forciert Verkauf von T-Online

Die Deutsche Telekom treibt den Verkauf ihres Internetportals T-Online voran. Der Konzern hat die Großbank BNP Paribas in Frankfurt mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Ende Dezember waren bereits erste informelle Gespräche bekannt geworden, unter anderem mit dem Axel-Springer-Verlag. Nun hat die Bank einen etwa 30-seitigen Verkaufsprospekt erstellt, der an knapp zehn Interessenten verschickt werden soll. Die Telekom hat zudem eine Bewertung ihrer Internettochter und des dazugehörigen Onlinevermarkters Interactive Media anfertigen lassen - das rund 150 Seiten starke Dokument wird den Bietern in einem Datenraum zur Verfügung gestellt. Bis zum Frühsommer, so die Erwartung der Telekom, soll eine Entscheidung fallen.

Derzeit ist der Konzern dabei, T-Online als eigenständiges Unternehmen auszugründen. Die Verträge, die die weitere Zusammenarbeit von T-Online mit dem Mutterkonzern regeln, werden gerade aus gearbeitet - auch ein Käufer wäre daran gebunden. Leicht dürfte der Verkauf daher nicht werden: Wie es im Unternehmen heißt, habe die Telekom sehr genaue Vorstellungen, wie ihre Marke T-Online geschützt werden soll. Einem Erwerber bliebe damit wenig Spielraum.

Der Axel-Springer-Verlag gilt noch immer als Interessent, im Verlag heißt es, man werde sich die Verkaufsunterlagen in jedem Fall ansehen. In Teilen der Telekom-Belegschaft wird ein Verkauf an Springer aber kritisch gesehen. Nach der Kooperation von Bild.de und T-Online vor einigen Jahren gebe es durchaus Skepsis gegenüber Springer als Partner.