DFB-Affäre: Wichtige Dokumente verschwunden?


In der Sommermärchen-Affäre um mögliche Bestechungszahlungen für die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 an Deutschland sind offenbar Dokumente verschwunden. Das ergibt sich aus Vernehmungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt, die seit Monaten der Frage nachgeht, wo die 6,7 Millionen Euro gelandet sind, die die deutschen WM-Planer vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus erhalten hatten. Das berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Die Fahnder interessieren sich auch für die Frage, ob DFB-intern Fakten vertuscht werden sollten, bevor der SPIEGEL im Oktober vergangenen Jahres die Affäre öffentlich machte.

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Darauf deutet nun auch die Aussage der Leiterin des DFB-Archivs gegenüber den Ermittlern hin. Sie hatte erklärt, dass die Sekretärin des damaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach am 22. Juni 2015 im Archiv gewesen sei und eine Akte mit dem Titel "WM 2006" mitgenommen habe. Wo der Ordner verblieben ist, weiß derzeit niemand zu sagen.

Für die Rolle von Niersbachs Sekretärin interessieren sich die Strafverfolger insbesondere deshalb, weil die Frau in ihrer eigenen Vernehmung zunächst behauptet hatte, erst im Oktober 2015 aus der Presse von den schon seit Mai laufenden internen Ermittlungen des DFB in der Sache gehört zu haben. Mit der Aussage der DFB-Archiv-Leiterin konfrontiert, sie habe die WM-2006-Akte schon im Juni aus dem Archiv geholt, sagte die Dame, sie könne sich an den Vorgang nicht erinnern. Ebenso fehle ihr die Erinnerung, ob der Auftrag dazu von Niersbach gekommen sei. Auf SPIEGEL-Anfrage wollte sich die Betroffene nicht zu dem Thema äußern.



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