Ein GAU wird für AKW-Betreiber nicht teuer


Ein deutscher AKW-Betreiber müsste für einen GAU wie in Fukushima mit nur rund 2,5 Milliarden Euro haften - der Rest bliebe beim Staat hängen. Wenn es sich um höhere Gewalt handelt, worunter auch ein Terrorangriff fallen würde, ist die Haftung begrenzt. Dies ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Bundestagsfraktion der Grünen. Noch dürftiger sehen demnach die französischen Gesetze aus: Fliegt der Reaktor von Fessenheim, der nur einen Steinwurf von deutschem Staatsgebiet am Rhein liegt, in die Luft, dann zahlt Betreiber EDF nur 91 Millionen Euro - auch wenn das Unternehmen für den GAU verantwortlich ist. Paris springt nur mit weiteren rund 100 Millionen Euro ein. Eine Studie des französischen Instituts für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit hatte unlängst Schäden von 430 Milliarden Euro für den Fukushima-Fall ergeben. Betroffene Deutsche im Grenzgebiet würden wohl auf den Kosten etwa für eine Umsiedelung sitzenbleiben. "Das jetzige Haftungsregime schützt nicht die Opfer, sondern begünstigt die Atomwirtschaft", beklagt die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl.



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