Ermittlungsverfahren gegen Berater der Piraten


Eine Personalie könnte den Bundestagswahlkampf der Piraten verderben. Mehrere Spitzenkandidaten engagierten den PR-Berater Günther B. für ihre Auftritte. Nun holt den langjährigen Offizier ein Vorgang aus seiner Bundeswehrzeit ein: Gegen ihn läuft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Untreue und Bestechlichkeit, wie ein Sprecher der Bonner Staatsanwaltschaft bestätigte. Der damalige Leiter von Bundeswehr TV soll 2010 und 2011 eine Berliner Produktionsfirma mit Aufträgen versorgt haben, ohne dass eine Gegenleistung erfolgte. Honorare sollen an ihn zurückgeflossen sein. Ermittler durchsuchten im Jahr 2011 die Medien zentrale der Bundeswehr in Sankt Augustin. Pikant an dem Vorwurf: Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Chris Linke, die Pressesprecherin der Berliner Piraten, hinter der Produktionsfirma steht. Gegen sie wird in dem Verfahren wegen Bestechung ermittelt. Chris Linke war Günther B. bei den Piraten behilflich. Nach Angaben eines Bundestagskandidaten empfahl sie B. für den Beraterjob. Auf Anfrage erklärte er, seine Beratertätigkeit Mitte Mai beendet zu haben. Davon wussten am vergangenen Freitag viele seiner Schützlinge nichts. Zu den Ermittlungen wollte er sich nicht äußern. Chris Linke bestreitet über ihren Anwalt den Vorwurf der Bestechung, will aber nicht detailliert dazu Stellung nehmen. Sie war zuletzt wegen Amigo-Vorwürfen gegen den Berliner Fraktionschef Christopher Lauer in die Schlagzeilen geraten. Ihre Tochter ist seit Dezember mit Lauer liiert. Im April wurde Linke zur Pressechefin befördert. Die Fraktionsspitze wies den Verdacht der Vetternwirtschaft zurück.



© DER SPIEGEL 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.