Evangelische Kirche kritisiert Bundesinnenminister wegen Kirchenasyl


Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) kritisiert Innenminister Thomas de Maizière (CDU) für seinen Vergleich des Kirchenasyls mit der islamischen Scharia. "Das Kirchenasyl ist eine gute humanitäre Tradition in unserem Land, die dem an Menschenwürde orientierten Geist unseres Rechts entspricht", sagt der EKD-Rats vorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. "Mit der Scharia hat das nun wirklich gar nichts zu tun."

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Die EKD will, ebenso wie die katholische Kirche, an der bisherigen Praxis festhalten. Unionspolitiker unterstützen dagegen den Innenminister. "Ich kann verstehen, dass die Kirchen die Betroffenheit im Einzelfall umtreibt", sagt CDU-Vizechefin Julia Klöckner, "aber Thomas de Maizière wäre ein schlechter Verfassungsminister, wenn er sagte, die Gesetze gelten nur für die einen und für die anderen nicht." Alois Glück, CSU-Politiker und Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, fordert, das Kirchenasyl solle im Einzelfall akzeptiert werden, dürfe aber nicht zum "regulären Nebengleis rechtsstaatlicher Regeln" geraten.



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