Skandal um Jura-Examen betrifft Prüfungen in mehreren Länder

Der Skandal um verkaufte Examensthemen in Niedersachsen hat auch Folgen für Juraprüfungen in anderen Bundesländern. Vergangene Woche war in Mailand der flüchtige Richter Jörg L. festgenommen worden, der einen Bereich des Landesjustizprüfungsamtes in Celle leitete. Laut Haftbefehl soll er in mindestens zwei Fällen Referendaren vor deren zweitem Staatsexamen Prüfthemen und Lösungen zum Kauf angeboten haben. Die niedersächsische Justiz kontrolliert nun 2000 Jura-Examen auf Unregelmäßigkeiten. Wie das Ministerium bestätigt, werden Klausuren im Zuge eines Ringtauschs auch an andere Justizprüfungsämter weitergegeben und dort genutzt. Es sei nicht auszuschließen, das Jörg L. deshalb ebenfalls Kenntnisse über Klausurinhalte anderer Länder hatte. Welche das sein könnten, wollte ein Sprecher nicht sagen. Schon in der vorvergangenen Woche seien aber alle Prüfungsämter in Deutschland informiert worden, kein Material mehr aus Niedersachsen zu verwenden. Einzelne Landesverwaltungen kontrollieren derzeit, ob sie in den vergangenen Jahren Juristen eingestellt haben, die ihren Abschluss in Niedersachsen gemacht haben – und ob es Zweifel an deren Prüfungen gibt.

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