Keine Einigung am Nürburgring


Im Rechtsstreit zwischen dem Insolvenzverwalter und den Pächtern des Nürburgrings ist ein Vergleich kurz vor der Unterschrift am vorigen Donnerstag geplatzt. "Es gab bereits eine Vereinbarung mit dem Insolvenzverwalter, dass um elf Uhr die Presseerklärungen über die erfolgreiche Einigung herausgehen sollten", sagte der Sprecher der beiden Pächter Jörg Lindner und Kai Richter. Nun aber drohten ein langer Prozess, der Verlust der Formel-1-Rennen und sogar die Schließung des Rings.

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Heft 46/2012
Das Geheimnis der besonderen Ausstrahlung

Im Februar hatte die landeseigene Nürburgring-Gesellschaft den Pächtern wegen strittiger Pachtforderungen gekündigt, die sich nach Berechnung des Landes mittlerweile auf fast zwölf Millionen Euro summieren. Nach der Pleite der Landestochter im Sommer hatte der Insolvenzverwalter deshalb die Räumung beantragt. Allerdings bemühten sich beide Seiten um einen Vergleich, um den Prozess zu vermeiden. Dazu lag Ende Oktober ein weitgehend abgestimmter Entwurf vor, der im Wesentlichen nur noch redaktionell überarbeitet werden sollte: Die Pächter sollten statt fast 12 nur noch 5,5 Millionen Euro zahlen. Davon hätten sie noch knapp zwei Millionen Euro für die Überlassung von Betriebsausstattung und Vermögen abziehen dürfen; außerdem hätten sie einen Managementvertrag für den Ring bis Mitte 2014 erhalten sowie das Recht, das geplante Formel-1-Rennen 2013 auszurichten. Gescheitert ist der Deal nach Ansicht der Pächter am Widerstand der Landesregierung, die offiziell am Rechtsstreit nicht beteiligt ist, aber über ihre Investitionsbank eine maßgebliche Stellung im Gläubigerausschuss hat. Die Regierung, so Lindner, habe offenbar befürchtet, durch den Vergleich das Gesicht zu verlieren. Der Rechtsberater des Insolvenzverwalters bestritt, dass eine Einigung kurz bevorgestanden habe.



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