Klinikum Bayreuth soll Patientenwillen missachtet haben
Das oberfränkische Klinikum Bayreuth steht unter dem Verdacht, eine Patientin gegen ihren ausdrücklichen Willen künstlich am Leben gehalten zu haben. Die Kriminalpolizei prüft den Fall der 41-jährigen Frau, die in einer Patientenverfügung geschrieben hatte: "Ich wünsche keine lebensverlängernden Maßnahmen." Die Patientin war nach einem Kollaps wiederbelebt und mehrere Tage lang künstlich beatmet worden. Das Klinikum erklärte sein Vorgehen in einem Brief an den Vater der Toten: Man sei "unsicher" gewesen wegen der Kürze der Patientenverfügung. Das Klinikum hat in den vergangenen Jahren angeblich mit umstrittenen Behandlungen Kasse gemacht. Im August 2014 nahmen drei Kommissionen die Arbeit auf, um die Vorwürfe zu klären; eine beschäftigte sich mit der Beatmung von Patienten. Sie erfuhr durch Aussagen des Pflegepersonals, dass "Patienten ohne Überlebenschance" beatmet worden waren – wohl unter anderem, um einen lukrativen Abrechnungstarif zu erreichen, der nach 24 Stunden gilt. Die Klinikleitung erklärt dazu, dass Aussagen und Informationen ernst genommen und geprüft würden. Eine abschließende Stellungnahme sei erst nach Vorlage aller Kommissionsberichte möglich.