Kriminologe Pfeiffer bezeichnet die Unterlassungsforderung der Bischöfe als "Show"


Die Bischöfe sollen im Streit um die Missbrauchsstudie der katholischen Kirche ihre Unterlassungsforderung gegen den Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, zurückziehen. Dazu hat Pfeiffer den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, aufgefordert. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) hatte von Pfeiffer verlangt, die Darstellung zu unterlassen, die Kirche habe bei dem Projekt "Zensurwünsche geltend gemacht". Pfeiffer hatte sich geweigert, die Erklärung zu unterschreiben, und bei den in Betracht kommenden Landgerichten Schutzschriften für den Fall hinterlegt, dass die Kirche ihm die Äußerung gerichtlich verbieten lassen wollte. Zu einer Gerichtsentscheidung ist es bisher nicht gekommen. Ob der VDD überhaupt einen Antrag bei Gericht gestellt hat, beantwortete ihr Rechtsanwalt Gernot Lehr auf Anfrage nicht. Ein Rückzieher der Bischöfe zeichnet sich aber nicht ab. Am vergangenen Freitag, so Lehr, habe er eine neue, "konkretisierte Abmahnung" an Pfeiffer geschickt. Unterschreibe dieser sie nicht, werde er den Bischöfen den Gang vor Gericht empfehlen. Pfeiffer rechnet nicht mehr mit solch einem Schritt. Angesichts der für ihn eindeutigen Faktenlage trauten sich die Bischöfe offenbar nicht, ihm "den Mund verbieten zu lassen. Das mit der Unterlassungsdrohung war reine Show".



© DER SPIEGEL 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.