Bundesrechnungshof geißelt die Bundeswehr für ihre Einkaufspraxis bei Handwaffen


Prüfer im Auftrag des Bundesrechnungshofs geißeln die Bundeswehr für ihre Einkaufspraxis bei Handwaffen. In einem internen Bericht bemängeln die Experten, dass die Truppe seit Jahren ohne Konzept neue Waffen einführe und bei Nachbestellungen "alarmierende Einsatzerfahrungen" ignoriere. Als Beispiel nennt der Bericht das Gewehr G36, von dem mittlerweile rund 170.000 Stück bei der Truppe sind, für das es aber keine angemessene Einsatzprüfung gegeben habe. Mittlerweile lägen aus der Afghanistan-Mission Berichte vor, dass die Waffe mit ihrem im Vergleich zum Vorgänger kleineren Kaliber bei Treffern aus einer Distanz von mehr als 200 Metern den Gegner nicht sofort kampfunfähig mache, zudem würden die Kugeln schon bei leichtem Wind abgelenkt. "Selbst heftiges Feuer", so ein Erfahrungsbericht, "beeindruckt den Gegner nicht mehr." Die Prüfer kritisieren, dass das "bis dahin wirksame Gewehr G3 durch ein eingeschränkt wirksames Gewehr G36 ersetzt" worden sei. Der Modellwechsel kostete 180 Millionen Euro.



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