Erneut Qualitätsprobleme bei der Bundeswehr - Neue Gehäuse für das altgediente MG3 mit Mängeln


Die Bundeswehr hat erneut mit Qualitätsproblemen bei einem wichtigen Waffensystem zu kämpfen. Es geht um das MG3, das Maschinengewehr des Heeres, das vor knapp 50 Jahren entwickelt wurde. Weil sich die Beschaffung eines Nachfolgemodells verzögert, sollten für die betagten Waffen 3000 neue Gehäuse besorgt werden. Den Zuschlag mit einem Auftragsvolumen von 4,28 Millionen Euro erhielt im Jahr 2012 die Krefelder Waffenfirma Schmeisser. Das Unternehmen beauftragte mit der Fertigung der Teile die pakistanische Rüstungsfirma Pakistan Ordnance Factory, die das MG3 in Lizenz gebaut hat. Im April 2012 schickten die Pakistaner die erste Lieferung neuer MG3- Gehäuse nach Deutschland. Doch die Qualität der Teile ließ derart zu wünschen übrig, dass Schmeisser sie nicht mal der Bundeswehr zur Güteprüfung vorlegte. Mehrmals schickten die Krefelder Qualitätsmanager nach Pakistan, doch es gab immer wieder Rückschläge. Laut Bundeswehr ist die Beschaffung bis heute nicht abgeschlossen. Der Auftrag ist eineinhalb Jahre in Verzug. Die Firma Schmeisser wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.



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