Middelhoff informierte Richter über Suizidgedanken


Der frühere Karstadt-Manager Thomas Middelhoff hat nach Informationen aus nordrheinwestfälischen Justizkreisen selbst dazu beigetragen, dass er in der Justizvollzugsanstalt Essen als suizidgefährdet eingestuft und streng kontrolliert wurde. Unmittelbar nach seiner noch nicht rechtskräftigen Verurteilung zu drei Jahren Freiheitsstrafe und seiner Verhaftung im Gerichtssaal im vergangenen November habe Middelhoff gegenüber der urteilenden Kammer geäußert, dass er an Selbsttötung denke. Auch Middelhoffs Ehefrau habe sich anschließend über einen Emissär an die Justiz gewandt und über diesen ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass ihr Mann sich möglicherweise etwas antun könne.

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Heft 16/2015
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Middelhoffs Anwälte hatten kritisiert, dass der Ex-Manager während seiner Untersuchungshaft in seiner Zelle alle 15 Minuten kontrolliert worden sei. Er habe deswegen nicht schlafen können und sei infolgedessen krank geworden. In Nordrhein-Westfalen gelten für mutmaßlich suizidgefährdete Häftlinge strengere Regeln als in vielen anderen Bundesländern. In Niedersachsen werden diese Häftlinge etwa häufig per Videotechnik beobachtet.



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