Otto Waalkes wehrt sich gegen Multiplex-Kinos


Der Komiker Otto Waalkes, 66, sieht sich als Opfer eines Streits um 3-D-Brillen. Konkret geht es um seinen Animationsfilm "Der 7bte Zwerg". Das 3-D-Werk kam vor zwei Wochen in die Kinos – allerdings nicht in jene der Ketten Cinemaxx, Cineplex und Kinopolis. "Dadurch fehlen uns 30 Prozent aller Kinos", sagt Waalkes. Hintergrund ist vermutlich ein Konflikt zwischen Kinobetreibern und Filmverleihern um die Frage, wer das Geld dafür aufbringen muss, dass Kinobesucher dreidimensional Filme schauen können.

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Seit sechs Jahren wird auf den Preis der Kinotickets ein 3-D-Zuschlag erhoben, für den Kauf der Brillen, aber auch für die getätigten Investitionen in die Technik. Bislang ging dieses Geld komplett an die Kinobetreiber. Voriges Jahr ließen die Verleihfirmen die Verträge dahingehend ändern, dass ein Teil des Zuschlags nun an sie abgeführt wird – zum Unmut der großen Ketten.

Dass Cinemaxx, Cineplex und Kinopolis den Zwergenfilm nun nicht zeigen, wird in Waalkes’ Umfeld als Boykottmaßnahme gegen den Verleih Universal Pictures International gedeutet. Von den Kinobetreibern gab es keine Stellungnahme. Waalkes denkt nun darüber nach, mit einem mobilen Kino durch Deutschland zu touren und den Film in Mehrzweckhallen zu zeigen: "Das ist unser Zwergenaufstand."



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