Prozess um Anwaltshonorar im Fall Gurlitt

Knapp drei Monate lang war der Rechtsanwalt Hannes Hartung für den Kunstsammler Cornelius Gurlitt tätig. Wie das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL berichtet, geht es bei einem Gerichtstermin in München am Dienstag um das Honorar; insgesamt steht eine Forderung von mehr als 1,6 Millionen Euro im Raum.

Im November 2013 hatte die Welt von der beschlagnahmten Sammlung des NS-Kunsthändlersohns erfahren. Bald darauf bekam Gurlitt per Gerichtsbeschluss einen vorläufigen Betreuer gestellt. Dieser beauftragte im Januar 2014 wiederum Hartung, ihn und Gurlitt "umfassend" im Zusammenhang mit dem Schwabinger Kunstfund zu beraten und zu vertreten; die gesetzliche Obergrenze für die Berechnung von Anwaltsgebühren wurde dabei vertraglich außer Kraft gesetzt. Gut 120.000 Euro soll Hartung bereits erhalten haben, und am Dienstag wird zunächst nur über wenige Tausend Euro zusätzlich verhandelt, doch weitere Forderungen gelten als wahrscheinlich.

Weil noch strittig ist, wer den im Mai 2014 verstorbenen Kunsthändlersohn beerben darf, trifft Hartung vor Gericht nur auf den sogenannten Nachlasspfleger, vertreten von der Kanzlei CMS Hasche Sigle. Diese ist auch für das Kunstmuseum in Bern tätig, das als wahrscheinlicher Erbe Gurlitts gilt. Der CMS-Jurist Claus Thiery betont, er halte die Teilklage Hartungs "für unbegründet", man sehe ihr gelassen entgegen. Zu klären sein dürfte im Weiteren die Rolle von Gurlitts damaligem Betreuer, inklusive der Frage, ob die Vereinbarung mit Hartung sittenwidrig war.