Rückendeckung für Schavan aus dem Kanzleramt


Wenige Tage vor einem wichtigen Termin im Düsseldorfer Plagiatsprüfungsverfahren erhält Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) Rückendeckung aus dem Kanzleramt. Bundeskanzlerin Angela Merkel stehe fest zu ihrer engen Vertrauten, heißt es aus der Regierungszentrale, ein Rücktritt komme nicht in Frage. Schavan könnte unter politischen Druck geraten, sollte am Dienstag der zuständige Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät in Düsseldorf entscheiden, ein Verfahren zur Aberkennung des Doktorgrades einzuleiten. Das hatte zuvor der Promotionsausschuss einstimmig empfohlen, nachdem dessen Vorsitzender Schavan eine "plagiierende Vorgehensweise" attestiert hatte. Unterdessen streiten Wissenschaftler weiter über einen angemessenen Ablauf von Plagiatsverfahren und die Beurteilung von Schavans Dissertation aus dem Jahr 1980. Der Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers von der Universität Zürich wertet die Dissertation nicht als Plagiat, obwohl sie "viele Flüchtigkeitsfehler" enthalte. "Die Urteile der Autorin sind eigenständig, sie versteckt sich nicht hinter Dritten." Zwar gebe es auch Paraphrasen außerhalb der ausgewiesenen Zitate, doch sei das in der Entstehungszeit der Arbeit üblich gewesen.



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