Ermittlungen gegen Ex-SPD-Chef in Thüringen


Die Thüringer Generalstaatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren SPD-Landeschef Gerd Schuchardt wegen des Verdachts der Bestechung von Mandatsträgern. Schuchardt soll dem SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Höhn mit Rückendeckung der CDU einen Ministerposten in einer Großen Koalition angeboten haben, wenn Höhn den Linken Bodo Ramelow nicht zum Ministerpräsidenten wähle. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt zudem, ob einem weiteren SPD-Abgeordneten ein ähnliches Angebot gemacht wurde. Neben Schuchardt steht ein ehemaliger CDU-Landtagsabgeordneter unter Verdacht. Schuchardt bestätigt dem SPIEGEL, zwei Wochen vor der Wahl mit Höhn über einen unabhängigen Kandidaten für die Wahl des Regierungschefs gesprochen zu haben; es sei jedoch nicht um das Stimmverhalten und auch nicht um Posten gegangen. Höhn wollte den Vorgang nicht kommentieren. Als Hintermann der Aktion wird der ehemalige Thüringer Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) vermutet. Vogel bestätigt dem SPIEGEL ein Gespräch mit Schuchardt über den unabhängigen Kandidaten; man habe jedoch nicht über Höhn gesprochen und auch nicht über Regierungsämter.



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