Umweltschützer bringen Holzunternehmen Schweighofer in Bedrängnis

Das österreichische Unternehmen Holzindustrie Schweighofer steht im Verdacht, illegal geschlagenes Holz aus Rumänien zu verarbeiten. In einem mit versteckter Kamera gedrehten Video der Organisation Environmental Investigation Agency (EIA) sagen Schweighofer-Manager einem vermeintlichen Verkäufer zu, sein Holz zu kaufen, selbst wenn es über die erlaubten Kontingente hinaus geschlagen wurde. Die Manager sehen darin "kein Problem". EIA-Leiter Alexander von Bismarck sagt, Schweighofer hätte für die Überlieferung sogar Boni geboten. Schweighofer teilte mit, die Preise seien "mengengestaffelt", was nichts mit Überlieferung zu tun habe. Das Unternehmen halte sich an die gültigen Gesetze.

Illegale Rodung ist ein großes Problem in Rumänien, wo auch einer der letzten europäischen Urwälder steht. Etwa vier Millionen Kubikmeter Holz, schätzt die Regierung, werden pro Jahr rechtswidrig entnommen. Schweighofer, mit rund 500 Millionen Euro Umsatz Marktführer in Rumänien, ist in der Vergangenheit mehrfach mit dem Vorwurf konfrontiert gewesen, illegal geschlagenes Holz zu verarbeiten. Bewiesen wurde das bisher nicht. Von gut sieben Millionen Kubikmeter Nadelholz, die pro Jahr in Rumänien gefällt werden, kann das Unternehmen bei voller Auslastung seiner Werke nach eigenen Angaben viereinhalb Millionen verarbeiten. "Da ist kein Platz für andere", sagt ein Manager in dem Video. Lieferlisten, die dem SPIEGEL vorliegen, zeigen, wie weit verbreitet die Schweighofer-Produkte sind. In Deutschland und Österreich werden sie als Laminat, Briketts oder Pellets verkauft.

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