Weitere Vorwürfe gegen Odenwaldschule

Die Vorwürfe gegen einen ehemaligen Lehrer an der Odenwaldschule in Hessen gehen offenbar weiter, als die Schule bisher eingeräumt hat. Ein Schüler habe gegenüber Internatsmitarbeitern und Mitschülern von einem eindeutigen Übergriff dieses Lehrers während eines Zelturlaubs berichtet, heißt es im Umfeld der Schule. Bislang hatte die Internatsleitung nur eingeräumt, dass Schüler ein "merkwürdiges und komisches" Verhalten des Lehrers gemeldet hätten.

Der Mann hat inzwischen den Besitz kinderpornografischen Materials zugegeben. Bei einer Klassenfahrt in Südfrankreich hatte er 2013 mit Schülern in einem Zelt übernachtet. Dabei habe es sich aber um eine Ausnahmesituation nach starken Regenfällen gehandelt, sagt Regina Bappert, die Präventionsbeauftragte der Schule. Von Übergriffen sei ihr nichts bekannt.

Der Vorsitzende des Missbrauchsopfer-Vereins "Glasbrechen", Adrian Koerfer, rechnet damit, dass "mit Sicherheit noch mehr her auskommen" werde. Es sei ungeheuerlich, dass die Schule trotz ihrer üblen Erfahrungen mit massenhaftem Kindesmissbrauch zulasse, dass Schüler und Lehrer gemeinsam in einem Zelt übernachten, beklagt Koerfer.

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