Zentralrat ruft deutsche Juden zum Bleiben auf

Nach den islamistischen Anschlägen von Paris und Kopenhagen Anfang des Jahres rät der Zentralrat der Juden in Deutschland jüdischen Bürgern zu Gelassenheit. "Ich fühle mich in Deutschland sicher", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. "Ich sehe keinen Grund für die hiesigen Juden, nach Israel auszuwandern." Wenn sich jemand aus religiösen Gründen für Israel entscheide, habe er damit kein Problem, so Schuster: "Aber ich sehe definitiv keine Notwendigkeit, Deutschland aus Angst vor Terror oder Antisemitismus zu verlassen." Auch, weil es eine Zivilgesellschaft gebe, die zusammensteht.

Schuster wurde 1954 im israelischen Haifa geboren und führt in Würzburg eine internistische Praxis. Seit November 2014 ist er Präsident des Zentralrats der Juden. In seiner Amtszeit, so Schuster, wolle er "vor allem vermitteln, dass es heute wieder ein aktives jüdisches Leben in Deutschland gibt. Judentum beschränkt sich nicht auf die Jahre 1933 bis 1945".

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