Exzesse der Wiedertäufer Gelüste und Gräuel in der Stadt Gottes

Hunger und Pest wüteten, als die Wiedertäufer im mittelalterlichen Münster ein irres Gottesregime errichteten - sie plünderten, töteten, feierten Orgien und schafften das Geld ab. Das Ende der Welt schien nahe. Von Uwe Klußmann


Mit Zepter und Reichsapfel: der "König von Münster", Jan van Leiden
Rotterdam Museum Collection

Mit Zepter und Reichsapfel: der "König von Münster", Jan van Leiden

Es war eine farbenprächtige Inszenierung, die sich den Bewohnern von Münster am 31. August 1534 bot. Mitten in der Stadt nahm ein 25-jähriger Mann mit einer großen Krone auf einem dreistufigen Thron Platz. Er hielt ein Zepter und nannte sich "Johann von Gottes Gnaden König in dem Neuen Tempel Gottes". Um den Hals trug er eine Kette mit einer von zwei Schwertern durchbohrten Erdkugel.

Von anderen gekrönten Häuptern unterschied sich der junge Mann durch Herkunft und Vorleben. Jan Beuckelszoon, auch Jan van Leiden genannt, war Sohn eines Dorfschulzen und einer Dienstmagd aus dem südholländischen Leiden. Bevor er zum Monarchen von Münster aufstieg, hatte er sich unter anderem als Gastwirt versucht. Talent, sich in Szene zu setzen, bewies er als Sänger und Schauspieler. Bescheidenheit gehörte nicht zu seinen Schwächen. Er präsentierte sich als Messias und behauptete: "Gottes Macht ist meine Kraft." Einer seiner Anhänger proklamierte ihn öffentlich zum König des "ganzen Erdkreises".

Wie es bei religiösen Fanatikern häufig der Fall ist, verfolgten van Leiden und seine Leute große Ziele. Sie zählten zu den Wiedertäufern, die in den Zwanzigerjahren des 16. Jahrhunderts aus radikalisierten Anhängern der Reformation hervorgegangen waren. Wer dazugehören wollte, musste sich der Erwachsenentaufe unterziehen, einem demonstrativen Akt des Bekenntnisses - im deutlichen Unterschied zu anderen Glaubensrichtungen. Sie lehnten die Obrigkeit und den Klerus ab und propagierten mit besonderer Inbrunst das nahende Ende der Welt.

Das machte die Wiedertäufer für die Mächtigen zu einer Bedrohung. Der Kaiser und die Reichsstände betrachteten sie als Häretikern und Gefahr für den Landfrieden. Der Reichstag zu Speyer verbot 1529 die Wiedertäuferbewegung, die damals etwa 12000 aktive Anhänger im Reich zählte. Katholiken und Lutheraner verfolgten die Sekte gleichermaßen. Bis 1533 wurden fast 700 Täufer hingerichtet.

Doch die Verfolgung verschaffte ihnen einen Nimbus. Auf fruchtbaren Boden fielen die Heilsversprechen der Wiedertäufer vor allem dort, wo das Leben zum Jammertal geworden war.

Die Wiedertäuferin Ann Ekende Vlasteran wird 1571 verbrannt.
imago/ United Archives

Die Wiedertäuferin Ann Ekende Vlasteran wird 1571 verbrannt.

Mitteleuropa war Ende der Zwanzigerjahre des 16. Jahrhunderts von einer Wirtschaftskrise hart betroffen. Schlechte Ernten führten zu steigenden Preisen für Brot und Getreide. Die Krise verschärfte die sozialen Gegensätze, denn von der allseits beklagten "Theuerung" profitierten Großgrundbesitzer, zu denen auch die Kirche gehörte. Die Stadt Münster litt zudem am Niedergang der Hanse, der die Stadt seit 1368 angehörte. Ihre norddeutschen Absatzgebiete für Fette, Felle, Pelze, Tuche und Wachs gingen nun verloren. Arbeitslosigkeit, Hunger und Elend breiteten sich aus. 1530 gab es in Münster Fälle von Pest und "Englischem Schweiß", einer typhusartigen, oft tödlichen Krankheit.

In der Stadt mit 10000 Einwohnern gehörten 750 Menschen zur Umgebung des Bischofs, als Domherren, Pfarrer, Kapläne, Nonnen, Mönche, Laienbrüder und Schwestern. Der höhere Klerus profitierte von Landgütern, die zum Besitz der Domkirche gehörten. Zudem mussten die geistlichen Herren keine Steuern zahlen, sodass sie sich, wie ein Chronist notierte, in "Ausschweifungen" ergehen konnten.

In dieser Lage wandte sich das städtische Bürgertum reformatorischen Gedanken zu. Die Handwerkergilden und die Kaufmannschaft sympathisierten mit den Lutheranern.

Zum Wortführer der evangelischen Bewegung in Münster schwang sich der junge Theologe Bernd Rothmann auf, der in Mainz studiert und später Luthers Mitstreiter Philipp Melanchthon und Johannes Bugenhagen kennengelernt hatte. Der Sohn eines armen Schmieds wurde im Februar 1532 mit Unterstützung der Bürgerschaft Prediger in der Lamberti-Kirche, die keinem Domstift unterstand.

Die Rache der Sieger war grausam: Mit diesen Zangen – glühend erhitzt – wurden die Anführer der Täufer gefoltert, bis sie starben.
Tomasz Samek/ Stadtmuseum Münster

Die Rache der Sieger war grausam: Mit diesen Zangen – glühend erhitzt – wurden die Anführer der Täufer gefoltert, bis sie starben.

Damit bewiesen die Münsteraner Bürger Mut, denn Kaiser Karl V. hatte schon im Vorjahr in Briefen an den Bischof und den Stadtrat Schritte der Obrigkeit gegen Rothmann verlangt.

Dessen Predigten in der Lamberti-Kirche waren ein Ereignis. Mit klaren Worten wandte sich Rothmann gegen die Praxis, bezahlte Messen abzuhalten, wie es bei Katholiken üblich war. Vor allem geißelte er "Totenmessen", mit denen Verstorbene aus dem Fegefeuer befreit werden sollten.

Der Aufschwung des Protestantismus spiegelte sich in den Ratswahlen im März 1533 wider, bei denen Lutheraner das Stadtregiment übernahmen. Doch Rothmann und viele seiner Anhänger gingen auf ihrer Suche nach dem wahren Glauben noch weiter. Sie schlossen sich der Täuferbewegung an, die um 1525 in Zürich, Straßburg und Süddeutschland begonnen hatte und rasch Zulauf fand.

Für eine weitere Radikalisierung sorgten Männer, die neu in die Stadt kamen: Jan van Leiden, der spätere "König", und Jan Matthys, ein ehemaliger Bäcker aus dem holländischen Haarlem. Matthys gehörte zu den führenden Wiedertäufern in Amsterdam; im Januar 1534 entsandte er den von ihm getauften van Leiden als Apostel nach Münster. Wenige Wochen später folgte er ihm nach und erklärte Münster zum neuen Jerusalem.

Die Botschaft der Wiedertäufer fand in Münster lebhaften Widerhall. Der Grund dafür war die Unzufriedenheit mit den alten Köpfen, die weithin als korrupt galten. Bereits bei der Ankunft van Leidens hatten sich 1400 Münsteraner, ein Viertel der erwachsenen Bevölkerung, zur Wiedertaufe bekannt.

Dabei versetzte die neue Glaubensgemeinschaft ihre Zuhörer in Wechselbäder aus Hoffnung und Furcht. Denn neben der Aussicht, Münster werde durch die Wiedertaufe zur "Stadt des Herrn", erklang in den Predigten die Drohung, dass alle vernichtet würden, die sich nicht taufen ließen.

Gegner des fanatischen Treibens, Katholiken wie Lutheraner, verließen in größerer Zahl die Stadt. Bei den turnusmäßigen Ratswahlen am 23. Februar 1534 setzten sich nun die Wiedertäufer durch.

Matthys predigte, von Münster aus müsse die Welt mit dem Schwert erneuert werden. Seine Anhänger ließen dem bald Taten folgen. Am Tag nach den Ratswahlen organisierten sie einen Bildersturm, sie plünderten Kirchen und Klöster und verschleppten alle Wertgegenstände aus dem Dom. Auch Häuser der Domherren raubten die Eiferer aus. Ein entsetzter Zeitzeuge notierte: "Knechte und Mägde schalteten nun, nachdem ihre Herren vertrieben waren, in den Häusern, in denen sie gedient hatten, und genossen die Güter ihrer Herren nach Gutdünken."

Einen Tag nach dem Bildersturm verkündete Matthys auf dem Fischmarkt der Stadt, Anhänger der Papstkirche, Lutheraner und generell Gegner der Wiedertäufer sollten sterben. Das stieß im Volk auf Widerspruch. Bernd Knipperdolling, Kaufmann aus einer Tuchhändlerfamilie, überzeugte die versammelte Volksmenge, die Verweigerer der Wiedertaufe lediglich zu vertreiben.

Dem konnte man durch rasche Bekehrung entgehen. Eine dreitägige Massentaufe begann, weil viele sich dem Druck beugten. Und der kleine Gottesstaat wurde nun zur Festung.

Franz von Waldeck, der Bischof von Münster und Osnabrück, hatte es bereits angekündigt: Auf sein Geheiß belagerten Truppen die rebellische Stadt. Sie waren gut gerüstet und harrten geduldig aus.

In Münster war die Aufregung natürlich groß. Der ultraradikale Matthys schien nicht der richtige Mann, das Gemeinwesen zu führen. Zudem stand er dem Machtwillen seines Mitstreiters van Leiden im Weg. Da fand sich eine Lösung, gegen die van Leiden keine Einwände hatte: Zu Ostern verließ Matthys mit einigen Getreuen die Stadt, um die Belagerer zu bekehren.

Das Unternehmen fand ein vorhersehbares Ende. Söldner durchbohrten den Fanatiker mit einem Spieß und schlugen ihm den Kopf ab. Van Leiden erging sich in einer Predigt danach nicht lange in Trauer. Er verkündete, Gott könne "wieder einen Propheten erwecken, durch den er seinen Willen offenbaren wird".

Van Leiden ließ keinen Zweifel daran, dass er sich selbst als alleinigen Erfüller des göttlichen Willens sah. Er setzte einen "Rat der zwölf Ältesten der Stämme Israels" als oberstes Machtgremium ein. Diesen Rat bildeten Einheimische und Zugewanderte. Damit hatte er die städtische Verfassung außer Kraft gesetzt und seine Alleinherrschaft gesichert.

Zwar propagierten die Münsteraner Wiedertäufer etwa in einem Flugblatt an die Belagerer, "dass alle Güter allen gemeinsam gehören sollen", doch der Rat der Zwölf war kein Machtorgan von Plebejern. Dort saßen unter anderem ein Patrizier, ein Edelmann und ein Goldschmied, der schon 1532 dem Rat angehört hatte.

Szene aus "König der letzten Tage" (1992) mit Christoph Waltz. Der Film orientiert sich - allerdings nur sehr grob - an den historischen Ereignissen in Münster.
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Szene aus "König der letzten Tage" (1992) mit Christoph Waltz. Der Film orientiert sich - allerdings nur sehr grob - an den historischen Ereignissen in Münster.

Auch im neuen System blieben viele alte Honoratioren an der Macht. Das entsprach der sozialen Zusammensetzung: "Die münsterische Täufergemeinde", bilanziert der Historiker Karl-Heinz Kirchhoff, sei "keineswegs ein Konglomerat von sozialen Extremfällen" gewesen, "sondern repräsentierte einen Querschnitt durch die Bevölkerung jener Zeit".

Jan van Leiden, Bernd Rothmann und Bernd Knipperdolling waren jetzt die Anführer. Während Rothmann als "Worthalter" vor allem für Appelle ans einfache Volk zuständig war, vertrat Knipperdolling als "Statthalter" diejenigen im Bürgertum, die loyal zum Regime van Leidens standen.

Um zu verhindern, dass der Alteingesessene ihm, dem Zuwanderer, gefährlich werden konnte, tat "König" van Leiden einen geschickten Zug: Er ernannte Knipperdolling auf einer Volksversammlung zum Scharfrichter. Damit wurde der Kaufmann in den Augen der Stadtbewohner zum Gesicht des Schreckens und war als Konkurrent diskreditiert.

Sein Terrorregime rechtfertigte der "König" mit dem hehren Schwur, er schwinge das "Banner der Gerechtigkeit". Dass die Todesstrafe schon für Kritik am "König" galt, proklamierte van Leiden in einem öffentlichen Brief im Januar 1535: "Wer sich unterstünde, Meuterei anzurichten, soll des Todes sterben."

Die Vielehe galt als göttliches Gebot - nur nicht für Frauen.

Trotz ihrer totalitären Züge bemühte sich die münstersche Kommune, das Besitzbürgertum nicht gegen sich aufzubringen. So wurde die Forderung nach Gemeineigentum moderat umgesetzt. Zwar überführten die neuen Herren bewegliches Gut der Vertriebenen; sie schafften das Geld ab und gingen zum Tauschhandel über. Hausbesitz aber blieb erhalten. Die Bürger mussten Gold, Silber und Geschmeide abliefern.

Daraus ließ van Leiden einen Schatz anlegen, den er für öffentliche Zwecke verwendete. Das hieß auch: für Propaganda und Pomp. Den einfachen Täufern hingegen schrieb er schlichte, unauffällige Kleidung vor. Doch wusste er auch, wie man das Volk bei Laune hielt. Beliebt bei vielen Münsteranern waren die im Freien abgehaltenen Liebesmahle.

Bei denen reichte van Leiden gemeinsam mit der "Königin" Diwara, einer Schönheit aus dem holländischen Haarlem, dem Volk kuchenähnliche Oblaten und Bier. Es war eine Anlehnung an die in der Bibel beschriebene Hochzeit zu Kanaan. Das alles, während draußen vor den Stadttoren der Belagerungsring stand und Nahrungsmittel drinnen langsam knapp wurden.

Frauen wies der "König" insgesamt eine andere Rolle zu als bislang üblich. So ließ er den Prediger Rothmann am 23. Juli 1534 die Vielehe verkünden. Keine Frau sollte unverheiratet bleiben, jeder Mann durfte mehrere Frauen gleichzeitig ehelichen.

Hintergrund dieser Verkündung war ein massiver Frauenüberschuss. Es gab in Münster auch wegen Flucht und Vertreibung dreimal so viele Frauen wie Männer. Doch die Einführung der Polygamie stieß auf Widerstand. Ein Schmied führte noch im Juli 1534 etwa 200 Aufständische. Die setzten van Leiden und Knipperdolling zeitweilig fest. Die Wiedertäufer aber schlugen die Rebellion nieder, 47 Regimegegner wurden hingerichtet.

Weithin sichtbar hängen noch heute drei eiserne Käfige am Turm der Lamberti-Kirche. Die Leichen der Münsteraner Täufer wurden darin nach ihrer Hinrichtung aufgehängt – das sollte mögliche Nachahmer abschrecken.
DPA

Weithin sichtbar hängen noch heute drei eiserne Käfige am Turm der Lamberti-Kirche. Die Leichen der Münsteraner Täufer wurden darin nach ihrer Hinrichtung aufgehängt – das sollte mögliche Nachahmer abschrecken.

Das Recht auf Vielehe galt nur für Männer. Frauen, die es ebenfalls in Anspruch nehmen wollten, wurden mit dem Tode bestraft. So wurde im September 1534 die Münsteranerin Katharina Kokenbeckers hingerichtet, die mit zwei Männern Hochzeit gehalten hatte. Eine andere Frau musste sterben, weil sie mehrmals ihrem Mann die "ehelichen Pflichten" verweigert hatte.

Der "König" hingegen verstand es, die angenehmen Seiten der Polygamie für sich zu nutzen. Er brachte es auf 16 Frauen, während er gleichzeitig gegen die "hurerische, ehebrecherische Unzucht" wetterte. Bordelle und "Badehäuser" waren bei den Wiedertäufern streng verboten. Die Polygamie dagegen sah van Leiden als göttlichen Willen und als Durchsetzung der biblischen Forderung 1. Mose 9:7 - "Ihr aber seid fruchtbar und mehret Euch".

Die Münsteraner Wiedertäufer propagierten "die Absterbung des alten Adam". Dass der neue Mensch jedoch auf sich warten ließ, zeigte sich schon bald. Da machte unter Münsteraner Männern der Anmachspruch die Runde: "Mein Geist gelüstet wider dein Fleisch."

Dabei nutzten manche Männer die Polygamie auch zum Kindesmissbrauch. In einer Reihe von Fällen wurden 11-, 12- und 13-jährige Mädchen zwangsweise verheiratet. Laut Chronisten brauchten etwa 15 dieser Mädchen die Hilfe einer Ärztin, einige sollen an den Folgen des Missbrauchs gestorben sein.

Trotz solcher Exzesse, die das "König"-Reich diskreditierten, waren viele Münsteraner bereit, ihren Stadtstaat gegen die alten Mächte der Fürsten und des Klerus zu verteidigen. Grund war der totale Ansehensverlust der fürstlichen und klerikalen Macht.

Chronisten berichten, dass die Bewohner der eingeschlossenen Stadt, Männer wie Frauen, begeistert Verteidigungswälle aufschichteten.

Doch wegen Hunger und Abwanderung waren im Juni 1535 nur noch schätzungsweise 800 Verteidiger im Einsatz. Da drangen in der Nacht vom 24. zum 25. Juni die bewaffneten Feinde mit etwa 3000 Mann in die Stadt ein. Verräter hatten ihnen den Weg gewiesen. Die letzten Verteidiger hielten sich noch einige Tage auf einer Wagenburg auf dem Markt. Die Landsknechte richteten ein Blutbad an.

Dem Massaker fiel auch Prediger Rothmann zum Opfer. Knipperdolling und van Leiden gerieten in Gefangenschaft. Dort wurden sie gemeinsam mit einem weiteren Täufer-Anführer gefoltert und am 22. Januar 1536 auf einem Schaugerüst am Prinzipalmarkt mit glühenden Eisenwerkzeugen stundenlang zu Tode gequält.

Söldner steckten ihre Leichen in drei Eisenkörbe und hängten sie an der Südseite des Turms der Lamberti-Kirche an Haken. Warum der tote "König" im Käfig zur Schau gestellt wurde, begründete der hessische Prediger Anton Corvinus im Januar 1536 in einem Brief an den Theologen Georg Spalatin: Die Überreste der Aufrührer, so Corvinus, hingen dort an der Kirche, damit sie "allen unruhigen Geistern zur Warnung und Schrecken dienten, dass sie nicht etwas Ähnliches in Zukunft versuchten und wagten".

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Wassup 31.08.2016
1. Glaubenskriege zerstörten einst halb Europa
Bitte mehr über unsere Vergangenheit der grausamen Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten. Halb Deutschland wurde durch einen Religionskrieg magdeburgisiert (so heisst Plünderung, Folter, Massenvergewaltigung, ..). 30 Jahre Krieg - erst der Westphälische Frieden brachte Ruhe ins Land. Wer heute fordert, Deutschland sollte religiöser werden, der sollte sich unsere Geschichte ganz genau ansehen. Der Frieden kam mit der Säkularisierung. Leider erstarkte damit auch der Nationalismus, was neue Probleme schaffte. die jüngste Geschichte zeigt: andere Länder sind in letzter Zeit religiöser geworden, aber dadurch nicht unbedingt friedlicher...
skade 31.08.2016
2.
gutes Beispiel das uns als Mahnung dienen soll. So kann JEDE Religion ausarten wenn man ihr zuviel Beachtung schenkt. Deswegen sollte, auch wenn die Strömung im Moment eine andere ist, eine Abkehr zur Religion vollziehen. Religion sollte nur noch eine private Randerscheinung sein.
bennoko 31.08.2016
3. Europa glaubt heute an nichts mehr
Europa hat aufgrund seiner Geschichte ein gestörtes Verhältnis zur Religion aufgebaut. Diese Angst reicht so weit, dass Europa heute an gar nichts mehr glauben will und kann. Darum ist Europa heute nur noch ein Wirtschaftsraum ohne Identität, ohne Seele. Eine Wiederentdeckung der christlich-kultivierten Religion wäre wichtig und wünschenswert.
sapereaude! 31.08.2016
4. Ja, wir auch!
Zitat von skadegutes Beispiel das uns als Mahnung dienen soll. So kann JEDE Religion ausarten wenn man ihr zuviel Beachtung schenkt. Deswegen sollte, auch wenn die Strömung im Moment eine andere ist, eine Abkehr zur Religion vollziehen. Religion sollte nur noch eine private Randerscheinung sein.
Ich habe mich auch gefragt, warum gerade jetzt dieser Artikel gebracht wird. Will man uns die dunkle Vergangenheit des Christentums und ihre Auswüchse vorführen, um mehr Toleranz für den Islam zu erreichen? Will man das den Kritikern des politischen und gewalttätigen Islams unter die Nase reiben, damit sie mit ihrer Kritik beschämt verstummen? Was man aus solchen Auswüchsen lernen kann, ist doch ein konsequentes Zurückdrängen religiöser Einflüsse. Wir müssen religiösen Strömungen, die aus der Privatheit in die Politik drängen, konsequent Einhalt gebieten.
ackermart 31.08.2016
5. Wir glauben gern...
, dass wir nur ohne Glauben gut sind und nicht allein nur wegen einem Geld-"Gut", das uns alle bindet. Doch sind wir darauf vorbereitet, wenn dieses Geldgut aus etwa technischen Gründen plötzlich verschwindet, auch wenn wir es nicht revoluzzerhaft abschaffen wollten? Was bindet uns dann zurück (re-ligare), wenn der Bund den >wir< mit uns machten kein Band mehr hätte? Also man sollte doch wenigstens mal theoretisch zuvor drüber nachgedacht haben, ohne deswegen gleich theologisch werden zu müssen.
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