Achilles' Ferse Ein Schuh fürs Leben

Gibt es den Traumschuh, der uns für immer auf Schritt und Tritt begleitet? Achim Achilles und Co. gehen dieser Frage nach und erklären, dass der Partner fürs Leben auch mal etwas größer sein kann. Zudem hat das Expertenteam noch Tipps für Schwergewichtler.


Hallo Achim,
ich laufe seit fast 20 Jahren, zurzeit etwa 30 bis 50 Kilometer pro Woche. Nun waren neue Laufschuhe fällig, und da fing das Problem wieder an: Meine Zehen sind relativ lang und der zweite Zeh ist länger als der große Zeh. Ich habe Schuhe anprobiert, und am besten fühlten sich die Asics 2130 an. In Straßenschuhen trage ich 39 und diese Laufschuhe sind nun US-Größe 9,5, also gut vier Nummern größer.

Sportgeschäft: Gibt es den perfekten Laufschuh?
REUTERS

Sportgeschäft: Gibt es den perfekten Laufschuh?

Von der Länge her passen sie laut Fachverkäufer optimal (eine Daumenbreite Platz vorne). Aber trotz langer Einlaufphase und Läufersocken habe ich bei jedem Lauf in diesen Schuhen immer an den gleichen Stellen Blasen und zwar in der Wölbung unterhalb des Fußballens (ich trage orthopädische Einlegesohlen wegen leichtem Senkfuß). Wenn ich allerdings die Laufschuhe kleiner kaufe (meine vorherigen waren New Balance in US-Größe 8,0), laufe ich mir nie Blasen, handele mir jedoch manchmal einen blauen Zehennagel ein. Nun meine Frage: Gibt es den perfekten Schuh für mich, oder muss ich mich entscheiden zwischen blauem Zehennagel oder gar nicht laufen, wegen permanenter Blasen?
Susanne

Liebe Susanne,
es gibt den perfekten Laufschuh für Dich. Den musst Du nur suchen. Wie den Traummann. Im Laufladen bekommst Du in Deutschland derzeit Schuhe in dieser Reihenfolge angeboten: Mizuno, Brooks, Asics. Frage mich nicht, woran das liegt. Ich ahne es, darf Dir das aber nicht sagen. Es ist auch verdammt schwer, auf dem Gebiet Laufschuh zum eigenständigen, mündigen Kunden zu werden. Weil: es ist sehr preisintensiv (schwer, mal eben jede Woche neu zu testen, kaufen) und der Umtausch gestaltet sich sehr schwer. Genutzt ist genutzt. Taste Dich einfach weiter vor, es gibt noch Adidas und Nike, um nur zwei weitere zu nennen, die häufig unterschätzt werden.
Viele Grüße, Jens Karraß

Liebe Susanne,
wenn Du erlaubst, werden wir Deine Frage auf Achim-Achilles.de von der Schwarmintelligenz der großen Zahl behandeln lassen.
Besten Gruß, Achim

Lieber Achim,
was empfiehlst Du einem mittelalten Läufer, der durchschnittlich fit ist und Knieprobleme hat? Ich bin 43, leicht (bauch)-übergewichtig und gehe jede Woche ein- bis zweimal ins Fitness-Studio: aerobes Training und leichtes Muskeltraining. Früher war ich mal aktiver Bergsteiger und Ausdauersportler. Laufen bereitet mir Probleme, da das rechte Knie irgendwie immer anfängt zu schmerzen. Radfahren geht jedoch. Nun meine Frage: Wie mit diesem Handicap trainieren, noch dazu in einer Umgebung, die vor allem im Sommer sehr heiß ist – ich lebe in Asien - und nur Betonstraßen hat?
Klaus

Lieber Klaus,
Sie können trotz des Handicaps trainieren. Jedem Menschen tut das Knie weh, wenn er oder sie lange genug laufen. Die Kunst in Ihrem Fall ist es, die Grenze herauszufinden, an der die Schmerzen anfangen. Wenn Sie nach 30 Minuten Laufen Probleme bekommen, laufen Sie dann einfach 25 Minuten. Wenn Sie Beschwerden bekommen, wenn Sie jeden zweiten Tag laufen, dann laufen Sie einfach jeden dritten Tag. Da Sie nur auf Betonstraßen laufen können, werden Sie Beschwerden früher spüren als beim Laufen zum Beispiel im Wald. Aber so grausam ist die Realität halt.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Achim,
ich hatte schon länger vor, etwas für meine Kondition zu tun. Da ich etwas schwerer als der Durchschnittsmensch bin (105 Kilogramm bei 1,94 Meter) hatte ich aber Angst um meine Gelenke und habe mir erstmal ein Fahrrad gekauft, das ich auch drei- bis fünfmal pro Woche nutze. Meiner Ausdauer hat das gut getan, ich würde es aber trotzdem gerne mit dem Laufen versuchen, um zusätzlich Körperfett zu verbrennen. Worauf muss ich achten, um Fuß- und Kniegelenke nicht zu schädigen? Echte Waldwege gibt es leider nicht in unserer Gegend.
Torsten

Lieber Torsten,
weiter das Radfahren beibehalten und Lauf/Walk-Einheiten dazu nehmen. Mutig! Du wirst sofort merken, wenn es zu viel wird. Dann wieder den Umfang korrigieren. Angst ist aber ein falscher Ratgeber. Je besser Du in Form kommst und in der Lage bist länger und auch intensiver zu trainieren, um so schneller wird der Fettanteil bei Dir verschwinden. Unsere Kunden werden alle automatisch dünner, wenn sie mitziehen und überhaupt noch Fett hatten. Bleib' dran und werde langsam zum schnellen Läufer.
Viele Grüße, Jens Karraß

Lieber Torsten,
kleiner Tipp: Gewöhne Dir von Anfang an ein zügiges Tempo an. Also: Lieber am Anfang kurze, aber knackige Einheiten und wenn es nur sechsmal 50 Meter sind. Und dann eben nach Gefühl steigern. Wenn Du Dich, wie viele Anfänger, nur auf Länge und Dauer konzentrierst, gewöhnst Du Dir schnell so einen Schlurfschritt an. Gute Körper gibts aber nur mit Tempo.
Gruß, Achim



insgesamt 1475 Beiträge
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Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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