Achilles' Ferse Glückshormone im Sauna-Club

Achim und sein Team haben einfach für jedes Problem einen Rat: für die kurzfristige Marathonvorbereitung,  bei gebrochenen Ellenbogen - und sogar einen Scheidungsanwalt können sie empfehlen. Man weiß ja nie.


Lieber Achim,
mal eine ganz doofe Frage: Ich hätte gern Dein Buch signiert bekommen, und zwar von Dir. Soll ich das irgendwo hinschicken, natürlich mit Rückumschlag? Oder trittst Du hier irgendwo in der Gegend mal auf? Dann könnten wir ja eine Runde zusammen laufen; meine Freundinnen stehen auch auf Dich. Keine Angst: Schnell sind wir nicht.
Jutta aus Korschenbroich

Läufer beim Wettkampf: Danach ins Entspannungsbecken
DDP

Läufer beim Wettkampf: Danach ins Entspannungsbecken

Liebe Jutta,
ein Mann wie ich bekommt natürlich praktisch stündlich solche Anfragen. Laufen mit Dir und Deinen Freundinnen, das geht sofort klar, wenn ihr mal in Berlin seid. Ich bring den Kollegen Karraß mit, der kennt da sehr stille Ecken im Grunewald, ganz tolle Aussicht, und so. Und Doc Dimeo ist aus Argentinien, Tango pur. Nun zum Geschäft: Buch schicken, signieren, zurückschicken halte ich für etwas aufwändig, da freut sich nur die Post. Und wie leicht geht was verloren. Statistisch müsstest du etwa drei Bücher schicken, um eines unbeschadet zurückzubekommen. Wenn Du aber den Buchladen Deines Vertrauens bittest, mich zu einer Lesung (in original getragenen eng anliegenden Laufklamotten) einzuladen und alle Frauen von Korschenbroich kommen, dann wäre ich dabei.
Erwartungsvoll, Achim

Lieber Achim,
ich habe eine Frage an Jens Karraß. Kommt vielleicht etwas spät, aber ich habe erst neulich erfahren, dass ich einen Startplatz in Hamburg (2006) gewonnen habe. Seit dem letzten Marathon in Echternach Mitte Oktober gab's allerdings nur eine längere Einheit. Sonst waren 20 Kilometer das Maximum. Mit dem Tempo beziehungsweise der Frequenz beim Tempo sowie den Wochenkilometern (50-60) bin ich zufrieden, hoffe aber, dass vier Läufe über 30 Kilometer reichen könnten, Hamburg bei einer Reduktion des Tempos um 30 bis 40 Sekunden pro Kilomter in etwa 3:45 bis 3:55 Stunden zu schaffen. Wenn ich mir von jetzt an das Tempotraining schenke und mir alle fünf Tage einen langen Lauf antue, mache ich da sehr viel falsch? Lang genug hell ist es ja inzwischen. Was halten die Experten von diesem Plan?
Freundliche Grüße, Klaus aus Boppard

Lieber Klaus,
dein Wochenpensum von 50 bis 60 Kilometer ist sehr ordentlich. Regelmäßige 20-Kilometer-Läufe sind eine gute Basis. Nun sind noch zwei Wochen Training möglich. Ich rate Dir, pro Woche zwei längere Läufe zu machen. In der ersten Woche 2 Stunden und 2,5 Stunden, in der zweiten 2 Stunden und 3 Stunden. Dazu in jeder Woche noch einen guten 60-Minüter etwas zügiger. Sonst nur noch einen Tag mit 30 Minuten traben. Dann kann es mit deiner defensiven Herangehensweise im Rennen selbst sehr gut klappen. In den letzten Tagen ruhst du dich bitte extrem aus. Damit kommst du bis zur 35-Kilometer-Marke ohne und bis ins Ziel mit normalen Marathonproblemen.
Und jetzt: Lauf Klaus lauf!
Alles Gute, Jens Karraß

Lieber Klaus,
ich kenne da einen guten Scheidungsanwalt, einfach so, nur für den Fall, nichts für ungut. Gruß an die Gattin, wenn Du sie im Vorbeilaufen mal sehen solltest.
Achim

Hallo Achim,
nachdem ich mich durch die amüsante Lektüre Deiner Verse mittlerweile aufraffen kann, meine zehn Kilometer regelmäßig abzuspulen und aufgrund der freigesetzten Glückshormone im Kollegen- und Bekanntenkreis euphorisch Begriffe wie München- und New-York-Marathon in den Mund nehme, kam letzten Samstag der Rückschlag beziehungsweise -fall. Auf dem Weg zur Laufstrecke bin ich gestürzt und habe mir den Ellenbogen gebrochen. Die OP habe ich gut überstanden (zwei Drahtschlingen), doch nun die Frage: Wann kann ich wieder mit dem Laufen anfangen?
Dankbar für einen Tipp, Frank aus Augsburg

Lieber Frank,
zum Glück trägt man beim Laufen das Gewicht mit den Beinen und nicht mit den Armen. Mir sind mehrere Sportler bekannt, die bei einer Fraktur am Handgelenk trotz des Gipses weiter gelaufen sind. In Ihrem Fall ist es jedoch anders: Damit die gebrochenen Knochen zusammenwachsen, muss der Ellenbogen und damit der ganze Arm ruhig gestellt werden. Sie werden deswegen mit Sicherheit nach der Operation einen Gips über mehrere Wochen tragen müssen und nicht laufen können, denn der Bewegungsablauf wird durch den Gips stark beeinträchtigt. Sobald aber der Gips entfernt wird und Sie den Arm nach Rücksprache mit Ihrem Arzt wieder bewegen dürfen, spricht nichts gegen die Wiederaufnahme des Lauftrainings.
Mit besten Grüßen, Dr. Fernando Dimeo

Lieber Achim,
bei uns im Lauftreff SV AKTIV BAD Westernkotten, triffst Du die Läuferinnen und Läufer wie Du sie magst. Nach dem Training kannst Du Dich für kleines Geld in der Kur-Therme erholen. Solewasser, Wassertemperatur von über 30 Grad, Entspannungsbecken. Komm doch einfach mal vorbei und teste uns.
Bis bald, Dirk Schulte-Eversum, Lauftreffleiter SV AKTIV Bad Westernkotten.

Mann, Dirk,
prima Sache, nach der ganzen Lauferei noch einen Sauna-Club für Jogger betreiben. Beim SV AKTIV komme ich gern mal vorbei, wenn Mona beim Yoga-Wochenende ist.
Sportsgruß, Achim

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insgesamt 1475 Beiträge
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Seite 1
Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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