Achilles' Ferse Gute Vorsätze, schlechte Angewohnheiten

Im neuen Jahr soll alles besser werden. Mehr Sport, weniger Kilos. Aber klappt es auch? Achim und Co. verraten, wie man seine Ziele tatsächlich erreichen kann. Dabei kann eines schon sehr hilfreich sein: sich nicht zu viel vorzunehmen.


Hallo Achim,
ich habe früher viel Sport getrieben und bin nach familien- und berufsbedingter Pause (zehn Jahre fauler Hund) im Mai wieder beim Laufen eingestiegen. Die Speckreserven um die Hüften waren des Guten zuviel. Am Anfang war es die reinste Hölle, nun schaffe ich 15 Kilometer in 1:35 Stunden und die zehn Kilometer auf der Bahn in rund 50 Minuten. Ich habe schon fünf der angepeilten zehn Kilogramm verloren. Die ganze Lauferei macht ja Spaß, wobei sich mir jetzt die Frage stellt, ob ein Halbmarathon in meiner Reichweite liegt. Des Weiteren wäre ich noch für ein paar Tipps zur Rauchentwöhnung dankbar, ohne dass das Gewicht gleich wieder hochschnellt. Ich rauche im Schnitt eine Schachtel Zigaretten pro Tag.
Danke und Gruß, Stefan

Läufer in den Morgenstunden: Ruhig angehen lassen
DPA

Läufer in den Morgenstunden: Ruhig angehen lassen

Hi Stefan,
einige wenige Wochen weiter und du kannst den Halbmarathon angehen. Bei deinem derzeitigen Tempo über 15 Kilometer wirst du cirka 2:12 Stunden benötigen. Das ist für einen Noch-Raucher und Wieder-Einsteiger sehr ordentlich. Deine Bahnzeit über zehn Kilometer und dein bevorstehender kompletter Rauchstopp deuten sogar auf eine Zeit weit unter zwei Stunden hin. Weiter so!
Viel Spaß, Jens Karraß

Lieber Stefan,
ich gratuliere Ihnen zu den guten Absichten. Herzliche Glückwünsche kommen aber erst, wenn Sie mit der Raucherei endgültig aufhören. Nikotin regt den Stoffwechsel an, so dass die Gewichtszunahme häufig eine Folge des Aufhörens ist. Dagegen gibt es nur eine Lösung: Ihre Energiebilanz muss negativ bleiben. Auf Deutsch: Sie müssen weniger Kalorien aufnehmen als Sie verbrauchen. Also mehr Energie durch Sport verbrennen oder halt weniger essen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Stefan,
wahr ist immer: Qualität kommt von Qual.
Herzlich, Achim

Hallo Achim und Co.,
ich (33 Jahre, 186 Zentimeter und 84 Kilogramm) laufe seit einem Jahr wieder aktiv, vier Mal zehn Kilometer in der Woche (Zeit: rund 5:20 Minuten pro Kilometer). Ein Kollege hat mich angespitzt, Anfang Juni beim Zwei-Seen-Lauf über 25,5 Kilometer im Tannheimer Tal mitzumachen. Da ich allerdings noch nie an einem Laufwettbewerb teilgenommen habe, würde ich gern eure Meinung zum Thema Vorbereitung wissen.
Vielen Dank, Jan

Hallo Jan,
mit 5:20 Minuten pro Kilometer bist du schon ein flotterer Läufer. Deine vier Trainingseinheiten pro Woche sind qualitativ in Ordnung. Nun müsstest du anfangen, mehr Abwechslung rein zu bringen, um weiter richtig Spaß daran zu haben, denn nur mit unterschiedlichen Reizen wirst du deine Fitness steigern können. Die 25,5 Kilometer im Frühsommer sollten auch als Wettkampf für dich kein Problem sein, wenn du jetzt beginnst, öfter 15 statt zehn Kilometer zu laufen. Als Planung zum großen Tag X hin empfehle ich dir die Teilnehme an kleineren und kürzeren Wettkämpfen, um Tempogefühl zu entwickeln und die Aufregung bei solch einem Race zu spüren.
Habe weiter viel Spaß, Jens Karraß

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insgesamt 1475 Beiträge
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Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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