Achilles' Ferse Vollbremsung an der menschlichen Ampel

Leuchtend rot bei 70 Prozent: Achilles und sein Team geben Entwarnung für Jupp-Heynckes-Doppelgänger. Außerdem wird das Phänomen der Körperumformung ohne Alkoholzufuhr thematisiert und die Experten gehen der Frage nach: Machen Bergläufe schneller oder langsamer?

Rote Ampel: Strahlt schon im Pulsbereich von 70 Prozent
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Rote Ampel: Strahlt schon im Pulsbereich von 70 Prozent


Lieber Achim,
in den schlauen Büchern und Heften steht, dass schon nach wenigen Monaten die Kilos purzeln, wenn man regelmäßig läuft. Wann fangen die wenigen Monate an? Ich laufe jetzt seit zwei Monaten etwa 30-50 Kilometer die Woche und es passiert nichts. Allerdings habe ich meine Ernährung nicht umgestellt und trinke abends noch immer gerne mein Bierchen.
Lieben Gruß, Emma-Andrea

Liebe Emma-Andrea,
bei jedem Läufer purzeln die Kilos anders; manchmal auch gar nicht. Denn regelmäßiges Training baut Muskeln auf. Die sind aber schwerer als Fett. Der Körper formt sich also um, auch wenn das Gewicht konstant bleibt. Versuche mal, nur als Test, vier Wochen ohne Alkohol zu leben. Hat meistens berauschende Effekte. Die besten Ernährungstipps für Läufer findest Du hier.
Besten Gruß, Achim

Liebe Emma-Andrea,
nach jetzt zwei Monaten sollte der Stoffwechsel anfangen, sich umzustellen. Dann fangen auch die Kilos an zu purzeln. Allerdings nur wenn das Training nicht durch mehr Essen kompensiert wird.
Beste Grüße, Dirk Pajonk

Liebe Emma-Andrea,
bitte auch daran denken, dass einige der Kilometer mit etwas erhöhter Pulsfrequenz und lauterer Atmung erfolgen, damit du auch mehr Kalorien verbrennst als beim Walken.
Viele Grüße, Jens Karraß - jk running

Guten Morgen Jens Karraß,
als gebürtiger Solinger und Wahl-Wuppertaler laufe ich häufig Steigungen (Berge kann ich schlecht sagen, sonst lachen mich alle Alpenbewohner aus). Rauf und wieder runter, da ich im Tal wohne. Zur Zeit bereite ich mich mal wieder auf den Köln-Marathon vor. Es wird mein dritter sein, den ersten (2008) habe ich mit 3:35:44 Stunden sehr zu meiner Zufriedenheit geschafft, den zweiten Versuch in Düsseldorf musste ich leider wegen Schmerzen an der Achillessehne abbrechen. Wie kann ich meine Zeiten aus dem Training, also in und um Wuppertal und Bergisches Land herum, auf Flachland-Kölle übertragen? Wenn ich 20 Kilometer laufe, dann habe ich meist um die 200 Höhenmeter darin. Bremst mich das? Oder macht es mich schneller, denn runter geht ja ganz schön flott? Oder gleicht sich das wieder aus? Mit meiner Freundin, sie wohnt im plattgebügelten Düsseldorf, habe ich schon mehrfach drüber geredet, aber wir sind zu keinem Ergebnis gekommen.
Wenn es dazu einen einfachen Tipp im Netz gibt, reicht mir natürlich auch ein Link. Vielen Dank im voraus, Heiko

Hallo Heiko,
längere Läufe im profilierten Gelände können sehr wohl zu deiner Laufleistung im Flachen beitragen. Die Bergauf-Passagen bringen dir definitiv mehr Kraft, die auch im Training wiederum positiv bei den anderen Lauftrainings umgesetzt und genutzt werden kann. Achte nur auch darauf, dass du auch genügende flache Trainingseinheiten einbaust, wo du die nötige Qualität (das Tempo) für deinen Köln-Marathon üben kannst.
Viele Grüße und auf nach Köln! Jens Karraß

Hallo liebes Achim-Achilles-Team,
wenn ich Sport mache, Pulsbereich so um die 70-75 Prozent, wird mein Kopf rot und röter. Ich fühle mich hervorragend, und trotzdem treffen mich mitleidvolle Blicke von Menschen, die Sport nur vom Sofa aus kennen, Walkern und natürlich anderen Läufern. Fragen wie: "Geht's dir gut?" oder "Alles ok?" sind da nicht wirklich motivierend. Ganz besonders schlimm ist es bei warmen Wetter, da strahlt die Ampel schon im Pulsbereich von 70 Prozent. Woran liegt das? Hoher Blutdruck? Negativ. Der ist normal, tendenziell sogar eher zu niedrig. Ich habe mal gelesen, das es uns Mädels eher trifft, weil die Haut dünner sei und daher die Blutgefäße näher an der Oberfläche liegen, oder so ähnlich. Aber gibt es denn dafür keine Lösung? Und wieso sehen die weiblichen Profis, selbst bei Wettkämpfen mit hohem Puls, nicht aus als stünden sie direkt vorm Siedepunkt? Liegt es am Trainingszustand? Wie kann man die glühende Birne vermeiden?
Ratlose Grüße von Casper

Liebe/r Casper,
Jupp Heynckes lebt auch noch. Und der wurde immerhin lila. Okay, ein schwacher Trost. Ist ein Auto schon mal direkt vor dir mit Vollbremsung zum Stehen gekommen?
Grinsend, Achim

Liebe Casper,
dazu eine hilfreiche Antwort zu geben, fällt schwer. Das wesentliche wichtige Kriterium ist, dass du sicher in einem für dich guten Trainingsbereich und Pulsbereich bist und dich tatsächlich nicht überforderst. Alles andere ist dann Veranlagung mit der du wohl leben musst die dich aber wirklich auch nicht weiter stören sollte. Ich kenne viele Leichtathleten und Leichtathletinnen, die auf Belastung genau so reagieren wie du.
Sportliche Grüße, Dirk



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