Achilles' Ferse Von der Wabbel-Wampe zur Autobahn

Wo sind denn bloß die verflixten Bauchmuskeln? Wenn Speckröllchen und Fettschürze das Sixpack verdecken, wissen Achim Achilles & Co. Rat. Unsere Experten geben außerdem Geheimtipps, wenn der Chef zum Firmenlauf bittet - und diskutieren das Problem der Muskelverhärtung.

Stahlharte Bauchmuskeln: Klassische Übungen helfen
Getty Images

Stahlharte Bauchmuskeln: Klassische Übungen helfen


Hallo Klemmbrett,
du hast schon öfter geschrieben, dass der Bauch nachzieht und im Umfang abnimmt, wenn man genügend läuft und sich bei der Kalorienzufuhr zurückhält. Ich denke, das klappt auch halbwegs. Ist es aber beim Laufen nicht grundsätzlich so, dass viele Körperteile trainiert werden (Beine, Arme, Oberkörper und Lunge), der Bauch davon aber nur indirekt etwas mitbekommt? Man bekommt also nicht mehr Bauchmuskeln vom Laufen, da der Bauch ja völlig passiv ist. Kannst du zusätzliche Übungen für den Bauch empfehlen, die unterstützend wirken zum Erreichen des Ziels? Wenn ja, welche? Vielen Dank für deine Antwort.
Viele Grüße, Andreas

Lieber Andreas,
regelmäßige Achilles-Lektüre trainiert alle wichtigen Muskeln in der Bauchgegend. Damit dein Sixpack auch zu sehen ist, brauchst du noch die perfekte Diät - und die findest du hier.
Gruß, Twiggy Achilles

Hallo Andreas,
du hast recht - die Bauchmuskulatur ist auch zu trainieren. Es gelten die ganz klassischen Übungen. In Rückenlage den Oberkörper aufrichten. Hände hinter den Nacken halten, dabei ohne Schwung arbeiten. Die Hände berühren weder Nacken noch Kopf. Gearbeitet wird ganz alleine im Bauch, in der vorhandenen, aber eventuell verkümmerten Muskulatur. Füße und Beine sollten möglichst wenig Unterstützung geben. Die Füße sollten nur locker auf dem Boden stehen, die Knie angebeugt sein. Jeden Tag machst du morgens und abends drei Sätze à 20 Wiederholungen. Und du wirst auch hier das Wunder des Trainings hautnah spüren.
Viel Spaß dabei, Jens Karraß

Lieber Andreas,
und wenn du Karraß' Tipps brav befolgst, dann rollen eines Tages auch über dein Sixpack Autos. Heute Wabbel-Wampe, morgen Autobahn.
Gruß, Achim

Hallo lieber Achim,
ein junger Freund (40), nicht übergewichtig, gesund, aber untrainiert, soll in drei Wochen einen 5,3-Kilometer-Lauf auf "Wunsch" seines Arbeitgebers - und auf eigenen Wunsch - mit Haltung bewältigen. Nun läuft er sechsmal die Woche diese Strecke in etwa 40 Minuten, hat aber den Spaß am Laufen schon fast wieder verloren. Ich habe ihm empfohlen, nur das zu tun, was ihm auch wirklich Spaß macht. Also zum Beispiel dreimal pro Woche 40 Minuten zu laufen, dabei einmal einen leichten Steigerungslauf zu machen und dann zwei Tage vor dem Rennen mit dem Training aufzuhören. Am Vortag vielleicht noch drei bis vier Sprints über 200 Meter - und fertig. Da mir der junge Mann das alles geglaubt hat, suche ich nun bei dir und deinen anderen Laufwundern Bestätigung und Unterstützung. Herzlichen Dank im Voraus für eine rechtzeitige Antwort - und macht weiter so wie bisher!
Euer Dieter, der andere Wunderläufer

Hallo Dieter,
warum probiert es dein Schützling nicht mit einem unserer Trainingspläne. Die sind kostenlos und auch für Anfänger geeignet.
Gruß, Achim

Hey Dieter,
alles okay so! Nur das Programm vom Tag vor dem Rennen solltest du noch einen weiteren Tag vorverlegen. Und die Sprints baust du besser um in leichte Steigerungsläufe von 100 Metern - aber niemals sprinten. Nicht, dass sich dein Athlet am Ende noch eine Muskelzerrung einfängt. Viel Spaß beim Betreuen, und pssssssst, wir sagen nichts!
Jens Karraß

Lieber Dr. Pajonk,
nun möchte ich mich auch einmal mit einer kniffligen medizinischen Frage an Sie wenden, die mich und mein Lauftraining seit mehreren Jahren behindert. Ich, 41 Jahre, bin ein durchaus sportlicher Zeitgenosse, absolviere jeden Tag 45 Minuten auf der Rudermaschine und bin in diesem Jahr bereits 6.000 Kilometer auf dem Rennrad gefahren. Darüber hinaus mache ich ein bisschen Krafttraining und wiege derzeit 89 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,82 Meter. Die genannten Sportarten kann ich ohne Probleme auf hohem Niveau ausführen. Beim Laufen habe ich allerdings seit mehr als fünf Jahren immer wiederkehrende Probleme mit der Wadenmuskulatur. Muskelverhärtungen und immer wieder Muskelfaserrisse zwingen mich zu wiederholten, mehrwöchigen Pausen. Wenn ich dann wieder mit dem Laufen beginne, geht es die ersten drei, vier Läufe recht gut, doch dann kehren die Verhärtungen zurück. Ich war schon auf Veranlassung meines Orthopäden im Kernspin, im CT (jeweils wegen Verdachts auf Bandscheibenvorfall), bei der Krankengymnastin usw., doch das alles konnte das Problem bisher nicht lösen. Ich bin deswegen sehr verzweifelt und möchte auf keinen Fall auf das Laufen verzichten. Welche Ideen haben Sie denn noch zu diesem Sachverhalt?
Viele Grüße, Thorsten

Lieber Thorsten,
es ist wirklich schwierig via Mail ein offensichtlich komplexes Problem zu fassen. Auch ich habe in meiner Praxis von Zeit zu Zeit Patienten mit ähnlichen Problemen. Wenn sich dann bei den üblich "verdächtigen" Stellen kein wirkliches Strukturproblem finden lässt, beginne ich immer mit einer funktionellen Therapie. Das heißt, dass Laufschuh-Modelle verschiedener Hersteller durchprobiert werden. Auch werden Einlagen für die Füße, Ess- und Trinkgewohnheiten beleuchtet. Das ist dann eine Puzzlearbeit, die hoffentlich zum Erfolg führt.
Toi, toi, toi, Dirk Pajonk



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.