Achilles' Ferse Wenn Wirbel knacken und Knie zwicken

Die Rückkehr nach Verletzungen fällt häufig schwer: Wann ist die Blessur wirklich ausgeheilt? Und wie kann man weitere Schäden am besten verhindern? Achim und sein Team haben die richtigen Antworten parat - auch für einen rauchenden Läufer.


Hallo Achim,
ich laufe seit drei Jahren mehr oder weniger regelmäßig und bin, auch dank deiner hilfreichen Tipps und Anekdoten, den Hamburg-Marathon in 4:44 Stunden gelaufen. Ich hatte keinerlei Probleme mit den Knien, lediglich die rechte Wade zeigte einige Macken (Krampf, Verhärtungen). Dann jedoch fing bei einer lockeren Trainingsrunde das rechte Knie an zu zicken. Der Doc meinte etwas von Außenband, Kapselverletzung und Entzündung. Er hat mir Diclofenac verschrieben und eine Woche Laufverbot erteilt. Die Tabletten schlugen an, denn selbst Treppen bewältige ich wieder fast problemlos. Ich habe nur Bedenken, dass doch irgendetwas hängen bleibt und ich nicht mehr beschwerdefrei laufen kann. Für den Alltag ist das Knie wieder gut zu gebrauchen, aber ich spüre, dass es noch unrund ist und beim Laufen sicherlich nicht halten würde. Was kann ich zur Verbesserung der Situation tun?
Besten Dank und viele Grüße aus Hamburg, Dieter

Chinesische Ringer beim Training: Gutes Training für den Rücken?
REUTERS

Chinesische Ringer beim Training: Gutes Training für den Rücken?

Lieber Dieter,
Sie können kaum was machen. Bei einer Kapselverletzung, aus welchem Grund auch immer, müssen Sie warten, bis sich die Schwellung und die Entzündung zurückgebildet haben. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie beim Laufen Beschwerden bekommen werden, verlängern Sie einfach die Pause um drei oder vier Tage. Nehmen Sie dann das Training erst wieder auf, wenn Sie beschwerdefrei sind. Oder versuchen Sie es mit einem sehr kurzen Lauf: Klappt es nicht, können Sie nach fünf bis zehn Minuten aufhören.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Moin,
ich (30, 77 Kilogramm, 1,79 Meter) laufe seit zwei Jahren dreimal pro Woche und bin bereits bei zwei Halbmarathons an den Start gegangen (1:54 Stunden). Leider habe ich meine Lungen seit Ende letzten Jahres wieder mit der einen oder anderen Zigarette befüllt. Nun zum Problem: der Puls. Ich habe vor mehreren Monaten entschieden, eine tolle Pulsuhr zu kaufen und musste feststellen, dass ich mit Puls 160 bis 170 laufe. Das ist aber mein normales Tempo. Ist das okay? Ich weiß, dass allein das Rauchen für lockere zehn Pulsschläge verantwortlich ist und will damit auch wieder aufhören. Außerdem habe ich gehört, dass man bis 154 die beste Kondition bekommen soll. Und nun?
Maini

Liebe/r Maini,
der Trainingspuls ist individuell. Mit Ihrem Alter von 30 Jahren ist ein Puls von 160 bis 170 für ein zügigen Dauerlauf wohl geeignet. Aber eine genauere Aussage kann man nur treffen, nachdem der Maximalpuls festgestellt wurde. Sie können diesen durch einen intensiven Lauf mit zunehmender Geschwindigkeit bis zur Erschöpfung oder beim Arzt durch ein Belastungs-EKG feststellen. Wenn Sie den Wert kennen, multiplizieren Sie die Zahl mal 0,8 und Sie werden einen vernünftigen Trainingspuls für die Ausdauerläufe haben.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Maini,
ich wundere mich über die Gelassenheit unseres Doc Dimeo. Glück gehabt, denn normalerweise gibt es für Laufen und Rauchen echt eine Beschimpfung. Eben alles kontraproduktiv. Dein Puls sollte mit fortschreitendem Training immer besser werden. Zu Beginn ist er hoch, aber die Alternative wäre Walken, und das willst du ja nicht. Dennoch, bei gleicher Laufleistung sollte in zwei bis drei Wochen dein Puls abnehmen. Nicht auf Dauer mit 170 trainieren. Zumindest solltest du auch ruhige Läufe mit einstreuen.
Viel Erfolg beim Aufhören mit dem Rauchen! Jens Karraß

Maini,
erstens ist es besser zu rauchen und zu laufen als nur zu rauchen und zweitens: Verschenke deine Pulsuhr und laufe so, dass du dich wohlfühlst.
Besten Gruß, Achim

Moin, moin aus Emden,
ich (30, 1,75 Meter, zwischen 80 und 84 Kilogramm) habe am 31.12.2007 meinen ersten richtigen Lauf mitgemacht, den Emder Silvesterlauf, 11,5 Kilometer in 59:30 Minuten - für mich eine gute Leistung bis dahin. Ich habe seit Jahren Probleme mit dem rechten Iliosakralgelenk, jedoch keine Ausstrahlung in die Beine oder Arme. Mir fliegt immer wieder wie aus heiterem Himmel ein Wirbel in Brustbeinhöhe raus (unterm linken Schulterblatt ist danach der Muskelschmerz, nach drei bis vier Tagen wieder weitgehend beschwerdefrei), ohne dass es ein Muster dafür gibt.

Ich habe bereits Krankengymnastik hinter mir, diverse Gänge zum Arzt zum Einrenken, und habe vor etwa zehn Monaten sogar eine Traubenzuckerlösung gespritzt bekommen. Einlagen benötige ich nicht wirklich, gute Laufschuhe habe ich. Ich starte nicht mit 100 Prozent, weder beim Fußball (dreimal pro Woche) noch beim Joggen. Dehnen und Lockern ist Pflicht, ich laufe auf verschiedenen Untergründen. Es piekt und knackt lediglich nach intensiver Belastung manchmal etwas an der Hüfte beziehungsweise am Steiß. Ab Juli möchte ich mich auf einen Halbmarathon vorbereiten, aber nun läuft mal wieder die Angst. Was gibts für Gründe für das Wirbel-Rausspringen ein- bis zweimal im Jahr? Was kann ich außer dem gehassten Gang ins Fitnessstudio noch tun, um es zu vermeiden? Eine Antwort wäre echt prima, freue mich über jeden Vorschlag.
Ottifantische Grüße aus Ottos Heimatstadt, Frank

Lieber Frank,
welche Gründe es in Ihrem Fall für das Wirbel-Rausspringen auf Brusthöhe gibt, weiß ich wirklich nicht. Aber eines ist sicher: Es hat nichts mit dem Laufen zu tun.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Frank,
Kraulen lernen und zweimal die Woche 1000 Meter. Hilft dem Rücken sehr.
Besten Gruß, Aqua-Achim



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