Achilles' Ferse Yoga gegen Darmdruck

Den Zusammenhang zwischen Ausdauersport und Vorgängen im Körperinnern hat Achim schon geschildert. Offenbar ist er nicht allein mit seinem Reizmagen. Zahlreiche Athleten kennen das Gefühl, wenn es fern von Sanitäreinrichtungen kneift und zwackt.


Lieber Herr Achilles,
das einstmals liebgewordene morgendliche Laufen wurde zum Hakenschlagen und unfreiwilligem Markensetzen, immer in der Sorge, Nachbarn aus dem angrenzenden Wohngebiet zu begegnen. Wie machen die Profis das denn? Trinken die vorher Kaffee?
Klaus

Nach getaner Arbeit auf mobiler Toilette: Entspannung der Lage
DPA

Nach getaner Arbeit auf mobiler Toilette: Entspannung der Lage

Lieber Klaus,
Läufer, die unter 2:30 Stunden laufen, pinkeln nicht!
Jens Karraß

Sehr geehrter Herr Achilles,
ich glaube, dass es sich hierbei um ein Kopf-Problem handelt. Versuchen Sie es mit einer spontanen Yoga-Übung und denken Sie dabei ganz intensiv an meditative Musik. Das könnte zur Entspannung der Lage beitragen. Genießen Sie auch weiterhin die frische Luft und freie Natur,
Dieter

Lieber Achim Achilles,
ich denke, man sollte genau hinschauen, was man isst. Ich bekomme zum Beispiel Blähungen von Paprika und allem Kohlartigen, aber keine von Zuckererbsen (jede Erbse ein Knall). Dazu hilft ein regelmäßiger Tagesablauf. Ich stehe jeden Wochentag um 6 Uhr auf, ohne Weckerklingeln versteht sich. Wenn die innere Uhr funktioniert, dann weiß man auch, um welche Zeit man seinen Darm entleert.
Uli

Lieber Uli,
meine innere Uhr braucht seit Jahren eine neue Batterie. Aber seitdem unser Nachwuchs da ist, würde auch das nicht mehr helfen.
Neidvoll, Achim

Lieber Achim,
eine Lösung könnte sein, im Kreis zu laufen und sich nie weiter als einen Kilometer von der rettenden Wohnung zu entfernen.
Hendrik

Lieber Achim Achilles,
ich kann deine Probleme überhaupt nicht nachvollziehen. Bin zwar auch ein morgenverdauender Mensch, aber beim Laufen selbst, habe ich da noch nie Probleme gehabt. Vielleicht sollte ich aber auch an dieser Stelle erwähnen, dass ich eigentlich nie länger als eine Stunde laufe. Vielleicht ist es aber auch mein robuster Ost-Magen.
Stefan

Lieber Herr Achilles,
laufen Sie einfach etwas langsamer, und dann werden Sie feststellen, dass sich der Abstecher in die Botanik erübrigt. Oder müssen Sie beim Spazierengehen auch?
Klaus

Lieber Klaus,
Ja.
Gruß, Achim

Lieber Achim,
ich bin mit einem nervösen Reizdarm gesegnet. Allein das bisschen Aufregung, weil es gleich los geht, genügt, um das Rumoren im Bauch wieder anfangen zu lassen. Ich habe es mir angewöhnt, immer ein paar Blätter Toilettenpapier bei mir zu tragen, meist in einer leeren Taschentuchhülle (Zehner-Pack, zum Wiederverschließen). Frischhalteplastiktüten sind nicht so geeignet, weil die Verschlüsse hart und wenig biegsam sind. Dieses kleine Päckchen kann man leicht verstauen, im Winter in einer Tasche der langen Hose oder Jacke, im Sommer im Zweifel vorn in der Unterhose (nach 25 Kilometer ist dort eh Platz genug).
Wolfgang

Lieber Achim,
es gibt wasserdichte Armmanschetten, in die man ganz vorzüglich Klopapier oder mehrere Blätter Küchenpapier legen kann. Das Zeug hat man immer dabei, es bleibt trocken. Allein das Wissen, dass man im Zweifelsfalle zumindest den Hintern wieder einigermaßen sauber bekommt, nimmt auch ein bisschen den Druck aus der Darmgegend.
Cheers, Jörg

Lieber Achim,
ein Tipp bezüglich Toilettenpapier: Ich verpacke es in einem Gefrierbeutel. Somit ist es wirksam gegen Schweiß geschützt. Sogar das Aufbewahren in einer kleinen Schlüsseltasche, die an jeder Strumpfhose oder kurzen Hose ist, funktioniert erfolgreich. Bei Bedarf ist alles trocken und brauchbar! Murphy’s Law für Läufer: Wenn ich es dabei habe, brauche ich es nicht. Aber wenn nicht…
Olaf

Guten Tag,
bei einem labilen Unterleib drängen sich Waldmarathons wie Arolsen förmlich auf, bei denen der Mangel an Zuschauern durch schier unerschöpfliche Ausflugsmöglichkeiten in die Wälder mehr als wettgemacht wird.
Bernd

Lieber Achim,
ich habe auch schon ähnliche Erfahrungen beim Joggen gemacht. Im Wald zu joggen ist hier in Brasilien kaum möglich, da der Urwald an den meisten Stellen kaum begehbar ist. Viel Spaß macht das Joggen allerdings am Strand, und wenn es im Magen/Darm drückt, dann stürzen wir uns kurz in die Wellen und tun so, als würden wir uns abkühlen.
Michael

Sie Ferkel!
Dr. Fernando Dimeo

Wieso?
Das machen Fische doch den ganzen Tag.
Achim

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insgesamt 1475 Beiträge
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Seite 1
Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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