Achilles' Spezial Die Killer mit der kalten Schnauze

Es gibt nur eines, das schlimmer ist als Walker. Walker mit Hunden. Denn die Tiere haben Läufer zum Fressen gern. Was tun? Nur in Ritterrüstung laufen? Pfefferspray stets dabei? Achim kennt radikalere Lösungen.


Lieber Achim,
gestern wurde ich beim Laufen von einem Hund "Marke Kalb" angefallen. Er schnappte mir in den Arm (ohne Zähne) und wurde dann von seinem Besitzer mit der Leine zurückgezogen. Kommentar: "Er muss Sie wohl verwechselt haben." – "Ach so. Er wollte gar nicht mich, sondern den Jogger hinter mir beißen. Da bin ich ja beruhigt." So ein Erlebnis bestärkt mich immer wieder in meiner Theorie: Tiere sind ausschließlich zum Essen da. Meine Frage: Welches wirksame Mittel empfiehlst Du gegen aufdringliche Hunde? Pfefferspray? Gekürzte, angespitzte Nordic-Walking-Stöcke? Reizgas? Elektroschocker?
Ratlos, Oliver

Springender Hund: Potentielle Bedrohung für den Läufer
REUTERS

Springender Hund: Potentielle Bedrohung für den Läufer

Hi Oliver,
den größten Teil meiner Laufkarriere verbrachte ich genauso wie Du. Jeder Hund fiel über mich her. Bei einem Tempo von 3:30 Minuten pro Kilometer dachte jede dieser Bestien und Fußabtreter, ich sei ein fliehender beziehungsweise angreifender Feind. Was jedes Mal zu Wortattacken oder genervtem Abwarten führte, bis Herrchen und Frauchen den lieben Kleinen vom Spielen wieder zurückgerufen haben. Sehr ärgerlich, wenn jede Sekunde zählt und man gar nicht spielen wollte. Dann, im Zenit meiner so eiligen Trainingseinheiten, am Ende der professionellen Lauferei, trat so ein Monster in mein Leben: eine schlanke und gefährlich aussehende Dobermann-Hündin. Die hatte es schwer. Die ersten Nächte, die Frauchen bei mir verbrachte, waren für die Hundedame nicht so toll. Und was wurde aus mir? Ein Dobermann-Ausführer. Fast jeder Waldlauf mit Ponja an der Seite. Da hatte ich dann Zeit zum Studieren: das Verhältnis Hund-Hund, Hund-Läufer, Hund-Anderes Herrchen, angeleinter Hund-freilaufender Hund, um nur einige mögliche Kombinationen zu erwähnen. Heia! Fressen und gefressen werden. Die größte Unannehmlichkeit ergab sich aber immer aus dem Unverständnis und der - sorry! - Blödheit aller Beteiligten. Selten geht in der Eile eines Läuferlebens die Begegnung mit Hund nicht feindlich aus. Was aber völlig unnötig ist. Einen Hunde-Ratgeber für Jogger werden wir bald zur Achilles-Edition hinzufügen. Zu dem Mondkalb. Wenn es eine Dogge war, hatte Herrchen recht: Er hat dich mit jemandem verwechselt. Aber mit wem und wann, dass weiß keiner. Doggen können nicht denken, die sind nur groß.
Viele Grüße, Jens Karraß

Lieber Oliver,
der Achilles-Hunderatgeber wird einen großen Waffenteil sowie ausführliche Hunderezepte aus aller Welt beinhalten.
Versprochen, Achim

Hallo Achim,
es ist mir bekannt, dass Kolumnen durchaus satirischen Charakter haben, aber laut Paragraph 17 Tierschutzgesetz ist das Töten eines Wirbeltieres eine Straftat, und auch der Aufruf zu einer Straftat ist meines Erachtens strafbar. Sicherlich ist es so, dass Jogger und Hundebesitzer erhebliche Probleme miteinander haben. Vielleicht sollten Sie Ihren Horizont und Ihre Denkweise insoweit öffnen, dass Sie auch mal versuchen, Hundebesitzer zu verstehen und nicht zum Töten der Tiere aufzurufen. Also, nehmen Sie Abstand von solchen Äußerungen: "Binde lieber einen Kühlschrank an die Vorderläufe und schubs den Hund von einer Brücke".
Michael

Lieber Michael,
sorry, natürlich ist es schlauer, den Kühlschrank an die Hinterläufe zu binden. Dann kann man das Gurgeln länger hören.
Gruß, Achim

Hallo Achim,
bezüglich des allgemeinen Problems der Läufer mit freilaufenden Hunden fällt mir spontan nur eine Lösung ein - sich selber Hunde anzuschaffen. Am besten drei oder vier voll ausgewachsene, nach alten Methoden wohlerzogene Pitbulls. Die kann man dann ganz einfach von der Leine lassen, wenn es ein Hundehalter wagen sollte, seine eigenen Vierbeiner unangebunden durch den Wald laufen zu lassen. Diese Methode bringt nicht nur den Vorteil einer guten Verteidigung, nein, man kann sogar seine Hunde um die Hüfte binden (also die Leinen, nicht die Hunde selbst) und sich schlittenhundeführermäßig ziehen lassen. Und so nebenbei sollen die Tiere auch gegen andere Tierbestände, wie zum Beispiel die Walker, sehr wirksam sein.
Gruß, der Hundefreund Andreas



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Paulizei, 11.04.2005
1. Thema gestorben?
Hallo liebe Laufsportfanatiker, Walker-Hasser oder -Anwälte, Spiegelleser oder sonstige Ehrgeizlinge! Hat diese herrliche Thema den Umzug ins neue Forum nicht überlebt oder seid Ihr in Woche 2 vor dem Olympus Marathon alle so intensiv im Lauftraining, dass keine Zeit mehr für weltliche Angelegenheiten wie das Internet bliebt? Es grüsst Euch Eure Startnummer 16781
seductive, 12.04.2005
2. Pillen-Anleitung
also, ich find ja den Beitrag von Achilles sehr lustig. Leider glauben echt viele Leute dran, dass das Zeug was hilft. Ich muss gestehen, einige Sachen muss ich auch nehmen, allerdings nach Anraten des Arztes. Dass Eisen stopft, hab ich selbst noch nie bemerkt. Magnesium gegen die Krämpfe - wenn ich das mal einige Wochen nicht nehme, weiß ich genau, dass ich beim Spitzentanz nach einigen Minuten wieder fiese Krämpfe in den Fußsohlen kriege, die mir schwerelose Drehungen und minutenlange Balance unmöglich machen. Vitamine etc. nehme ich mit der Nahrung genug auf, nur an Magnesium und Eisen fehlt es mir oft. dass die sich gegenseitig aufheben, ist klar. Zink gegen die Erkältung, das ist doch auch selbstverständlich. Man sollte nicht jedes Mittelchen verteufeln. Aber wahre Sportler greifen sowieso lieber zur altbekannten ACE-Mischung (Kenner wissen, was ich meine). Ob man dann evtl. weit vor der Zeit einen Herzkasperl kriegt und vielleicht mit 25 tot umfällt, ist ja egal - denn man trainiert ja effektiver...
Carmen Cienfuegos, 19.04.2005
3.
---Zitat von sysop--- Jogging, obwohl eine fast schon archaische Form des Fitnesstrainings, bleibt nach wie vor angesagt. Unser Kolumnist Achim Achilles ist ein Durchschnittssportler, aber einer mit Ambitionen. Er läuft, weil er will und muss. Er kämpft um Kondition und gegen die Bequemlichkeitsverfettung. Sind Sie auch ein "heimlicher Achim"? Wie halten Sie es mit dem Training? Joggen wie Achilles? Oder was ist Ihr Rezept gegen Bauch und Trägheit? ---Zitatende--- Dem Marathon Achim rate ich: Creme alle Koerperteile die wundlaufen oder heisslaufen koennen mit Calendula Babycreme ein. Lass die billige Vaseline weg. Keine Chemie oder Drogen schlucken. Doping ist fuer loser. Mental stark antreten. Hoer dir volle Lautstaerke per Headset die Musik: We are the Champions oder Like a rock oder Against the Wind etc. an. Harte Sohlen fressen (wie beim Auto) weniger Energie. Alles andere ist Gummizelleneffekt. Das Abrollen der Sohlen macht den Lauf weich, elegant und elastisch. Das kann man sich antrainieren. Viel Glueck und Willenstaerke.
robbatberlin 26.04.2005
4.
Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :)
Paulizei, 26.04.2005
5. Herzlichen Glückwunsch
---Zitat von robbatberlin--- Find ich ja doch ganz schön schade, daß Achim so gelitten hat bei seinem ersten Marathon, daß er jetzt nie wieder will... Aber vielleicht legt sich dieser Wunsch ja wieder. Denn 4.20 ist ja keine schlechte Zeit fürs erste Mal! Das ist ausbaufähig! :) ---Zitatende--- Ist doch normal, oder? Ich jedenfalls bin bisher zwar erst 2 Marathons gelaufen, falle danach aber offenbar immer in ein psychisches Loch. Spätestens bei Kilometer 30 kommt die Einsicht, wie schwachsinnig es ist, im dritten Jahrtausend noch 42km zu laufen. So schlimm sind die Benzinpreise nun auch wieder nicht. Nach Überschreiten der Ziellinie stand dann beide Male fest: Nie wieder! Wo ich letztes Mal noch in 48stündige Bewusstlosigkeit fiel, konnte ich diesmal nach einem langen heißen Bad wenigstens schon wieder ohne fremde Hilfe gehen, was mich zu dem Schluß wird, dass die körperlichen Konsequenzen von Mal zu Mal weniger schlimm ausfallen. Das psychische "Down" bleibt aber vermutlich. Sorgen würde ich mir an Achims Stelle nur machen, wenn er nicht von allein scharf drauf wird, seine eigene Bestzeit zu knacken, nachdem die Schmerzen erstmal verflogen sind... In dem Sinne :-)
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