Achilles' Verse Laufen ist nicht Rechnen

Mit allgemeinen Pulsangaben ist das so eine Sache. Ein Leser musste sogar ein Rennen abbrechen, weil er sie falsch verstanden hatte. Doch dem Mann kann geholfen werden. Achim und sein Team beantworten außerdem eine der häufigsten Fragen: Was ist denn nun der beste Untergrund zum Laufen?


Hallo Achim,
laut Fachliteratur, zum Beispiel "Runners World", liegt das Zehn-Kilometer-Renntempo bei 90-95 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Ich (M, 40, BMI 23) kämpfe seit eineinhalb Jahren mit der 45-Minuten-Grenze über zehn Kilometer. Beim letzten Rennen bin ich mit 90 Prozent (4:20 Minuten/Kilometer) gestartet. Bei Kilometer drei lag ich bei gleichem Tempo bei 92 Prozent. Kilometer vier weiß ich nicht mehr, da ich total fertig aufgegeben habe. Wo liegt mein Problem? Tempohärte? Ausdauer? Was kann ich im Training am sinnvollsten tun, um in diesem Pulsbereich zehn Kilometer - oder gern auch mehr - durchzuhalten?
Gruß, Thomas

Zahlenspiele: Laufen ist nicht Rechnen
AP

Zahlenspiele: Laufen ist nicht Rechnen

Hallo Thomas,
da kommt es mal wieder deutlich zum Vorschein: Laufen ist nicht Rechnen. Aber dazu später mehr. Die von dir erwähnten Pulsangaben beziehen sich natürlich nicht auf den ersten Kilometer. Ich fände es schön, wenn bei solchen Tabellen die lineare Entwicklung eines Pulses während eines perfekten Wettkampfes angegeben würde. So empfehle ich einen Zehn-Kilometer-Lauf mit einem Puls von 160 bis 164 zu beginnen, der sich dann recht bald im 172er-Bereich stabilisiert, also über mehrere Kilometer konstant dort bleibt, um dann auf den letzten zwei Kilometern in die Nähe der maximalen Pulsfrequenz gelangt. Aufgrund der Ermüdung der Beine ist der Läufer ohnehin nur noch in der Lage, einen Puls von 95 Prozent der maximalen Frequenz zu erreichen.

Also lieber Thomas, ich empfehle dir, dich intensiv und ausdauernd mit deiner gewünschten Zehn-Kilometer-Geschwindigkeit auseinanderzusetzen. Nämlich genau mit 4,30 Minuten pro Kilometer. Übe diese Geschwindigkeit auf verschiedenen Streckenlängen, bis es dann auch beim Zehn-Kilometer-Lauf bis zur Fünf-Kilometer-Marke im 170er Puls möglich ist. Viel Spaß beim praktischen Laufen und dem Rechnen danach,
Jens Karraß

Lieber Thomas,
Tempoläufe von acht mal 1000 Meter bis drei mal 3000 Meter im Renntempo oder gern auch darüber helfen ungemein, tun aber leider weh.
Leidend, Achim

Hallo Achim, Klemmbrett, Doc,
immer wieder liest und hört man, dass man beim Joggen auf den Untergrund und die Schuhe achten soll, um die Gelenke zu schonen. Je weicher, desto besser. Andere behaupten, Joggen sei prinzipiell schlecht für die Gelenke. Was stimmt denn nun? Ich hatte nämlich vor sieben Jahren (im zarten Alter von 20) einen Bandscheibenvorfall, aber nach einem Jahr Pause war alles wieder okay, selbst nach 15 Kilometern habe ich heute keine Schmerzen.
Gruß, Vlado

Lieber Vlado,
wenn Sie glauben, dass Joggen schlecht für die Gelenke ist, sind Sie hier bei der völlig falschen Beratung gelandet. Ein viel zu weicher Boden wie zum Beispiel lockerer Sand kann jedoch auch zu Problemen führen. Der beste Untergrund ist, nach wie vor, der feste Waldboden, wobei man Unebenheiten wie Wurzeln oder Steine vermeiden muss. Und wenn Sie 15 Kilometer ohne Schmerzen laufen können, spricht alles dafür, dass Sie weiter aktiv bleiben.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Vlado,
wenn du das erste mal so richtig auf der Schnauze liegst, weil du eine verdammte Wurzel nicht gesehen hast, wirst du merken: Waldboden wird überschätzt.
Betonharten Gruß, Achim

Lieber Achim,
zu deiner Frage bezüglich der legalen Förderung der Regeneration: Ein mal, eher zwei mal pro Woche eine Stunde Yoga hilft Muskeln, Körpergefühl und auch der eigenen Psyche. Und, wenn man sich schon etwas angeschlagen, aber noch nicht wirklich erkältet oder ähnliches fühlt: morgens 10 bis 15 Kügelchen Ferrum phosphoricum comp. Hilft garantiert und hält jeder Dopingkontrolle stand.
Grüße aus Kiel, Sylke

Hallo Achim,
du hast gefragt, ob es irgendetwas Legales gibt, das tatsächlich einen positiven Effekt bei Training, Regeneration oder Wettbewerb bewirkt (Achilles’ Ferse, 15. Juni). Meine Antwort ist einfach und nicht teuer: An Tagen vor und nach dem Marathon Magnesium+Vitamin C in Form einer Brauselimonadentablette. Neulich den Marathon Val-de-Travers, Schweiz (http://www.defi-vdt.ch) mit 1300 Höhenmetern und einem wunderbaren Ausblick über die Alpen in 4:34 Stunden lebendig überstanden. Mit dem Zeug und einer Massage danach fühlt man sich einfach viel besser und muss nicht drei Tage mit Nachttopf im Bett liegen, weil es nicht möglich ist aufzustehen.
Es grüßt, Andreas aus Neuchâtel

Lieber Andreas,
und wer es glaubt, wird selig. Wenigstens ist es nicht teuer.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo

Lieber Fernando,
er hat nicht gesagt, wie viele.
Gruß, Achim.

Lieber Achim,
ich (45) erinnere mich schwach, dass du große Triathlonpläne gehegt hast und was für Deinen Oberkörper tun wolltest? Was ist daraus geworden? 1999 habe ich im Schlepptau meiner Frau gerade mal 500 Meter joggen können. Letztes Jahr habe ich meinen ersten Triathlon über die Ironman-Distanz am schönen Bodensee gefinisht. Das Anforderungsprofil wäre sicher was für dich (www.bodenseetri.ch). Außerdem: wunderschön, toll organisiert, aber sehr hart. Wann wagst du es?
Gruß, Jürg

Lieber Jürg,
erst müssen die Kinder aus dem Haus. Aber dann.
Aloha, Achim



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