Betrugsfall bei US-Turnier Profi-Angler stopfen Fische mit Bleigewichten aus

Skandal im US-Angelsport: Zwei Angler haben bei einem Turnier das Gewicht ihrer gefangenen Fische auf besonders dreiste Weise manipuliert. Es geht um viel Geld – entsprechend groß ist der Zorn der Konkurrenz.
Angelköder aus Gummi

Angelköder aus Gummi

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Christian Charisius/ dpa

Bei einem Angelturnier in Cleveland hat es einen schweren Betrug gegeben. Das Anglerduo, das bei dem »Lake Erie Walleye Trail« in Führung lag, stopfte seine gefangenen Fische laut übereinstimmenden Berichten mit Gewichten aus, um zu gewinnen. Mehrere US-Medien berichteten, bei den Anglern handele es sich um Chase Cominsky aus Pennsylvania und Jake Runyon aus Ohio, die infolge der Entdeckung von dem Turnier disqualifiziert wurden. Es ist mit einem fünfstelligen Preisgeld dotiert.

Ein Twitter-Video zeigt die Aufregung der anderen Teilnehmer. »Wir haben Gewichte in den Fischen!«, ruft jemand in dem Video. »Checkt jeden Fisch!«, fordert ein anderer. Während Beleidigungen auf die Schwindler einprasseln, sagt ein Mann, der anscheinend beim Turnier mitarbeitet, niemand solle die beiden Angler körperlich angehen.

»Wo ist eure Krone jetzt?«

Runyon steht inmitten der erzürnten Menge, wird auch direkt angesprochen. »Bei wie vielen Turnieren habt ihr das getan?«, fragt jemand die beiden ertappten Angler, die in dieser Saison bereits mehrere Wettbewerbe gewonnen haben. »Wo ist eure Krone jetzt?«, brüllt ein Teilnehmer.

»Du hast ein Boot, du hast Tausende von Dollar, die du von uns allen gestohlen hast«, ruft jemand. Profi-Turniere wie das »Lake Erie Walleye Trail« sind mit teilweise hohen Preisgeldern dotiert.

Anmerkung: Das Video enthält sensible Inhalte wie Kraftausdrücke und tote Tiere.

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Jason Fischer, der Veranstalter des Turniers in Cleveland, sagte dem regionalen TV-Sender 19 News , dass das Gewicht der gefangenen Fische um ungefähr acht Pfund (ca. 3,6 Kilogramm) gefälscht worden sei. Der Verdacht auf Manipulation entstand, weil die Fische zu klein für das gemessene Gewicht ausgesehen hätten, das für die Wertung bei dem Wettbewerb relevant ist. Daraufhin wurden sie aufgeschnitten und überprüft. Dabei flog der Betrug auf. Mit Bleigewichten und kleineren Fischfilets war der Fang ausgestopft worden.

»Ich bin angewidert«, schrieb Fischer in einem Facebook-Post. »Es tut mir leid, dass ich euch so lange im Stich gelassen habe.« Gleichzeitig sei er froh, dass der Betrug aufgedeckt worden sei. »Um jeden Preis« werde er die Integrität des »Lake Erie Walleye Trail« verteidigen. Mehrere Turnierteilnehmer hätten die Polizei verständigt, sagte Fischer dem Sender.

Es war nicht das erste Mal, dass Cominsky und Runyon in eine Kontroverse gerieten. Bei einem Turnier im vergangenen Jahr war das Duo disqualifiziert worden, weil einer von ihnen einen Lügendetektortest nicht bestanden hatte.

Solche Tests kommen bei Angelturnieren häufig zum Einsatz. Anders als bei anderen Sportarten können die Verantwortlichen beim Sportfischen das Treiben nicht die ganze Zeit überwachen. Und die Betrugsmöglichkeiten sind groß. Neben der Blei-Methode gibt es weitere Tricks. Es werden beispielsweise vor Wettbewerben Fangkörbe mit bereits geangelten Tieren versenkt, die dann als frisch gefischt präsentiert werden. Lügendetektortests sollen helfen, solchen Betrug zu unterbinden.

mrk
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