Frankreich-Rundfahrt Van Vleuten gewinnt Tour de France Femmes – trotz Materialpechs

Annemiek van Vleuten hat Radsportgeschichte geschrieben und sich bei der Premiere der Tour de France Femmes zur Gesamtsiegerin gekrönt. Auf der letzten Etappe musste sie zeitweise mit dem Rad einer Teamkollegin fahren.
Annemiek van Vleuten überfährt die Ziellinie der achten und letzten Etappe

Annemiek van Vleuten überfährt die Ziellinie der achten und letzten Etappe

Foto:

JEFF PACHOUD / AFP

Die niederländische Zeitfahr-Olympiasiegerin Annemiek van Vleuten hat die in diesem Jahr wiederbelebte Tour de France der Frauen nach einer Triumphfahrt gewonnen und damit nach dem Giro-Triumph das Double perfekt gemacht. Van Vleuten hängte am Sonntag beim Showdown auf den Rampen nach La Super Planche des Belles Filles wie schon am Vortag die Konkurrenz ab und krönte sich eindrucksvoll zur Gesamtsiegerin. Nach acht Etappen und 1033,8 Kilometern lag sie 3:48 Minuten vor Landsfrau Demi Vollering, die mit 30 Sekunden Rückstand Tageszweite wurde.

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Van Vleuten, die im Oktober 40 Jahre alt wird, musste in der heiklen Rennphase wegen eines Defekts dabei gleich dreimal ihr Rad wechseln und lag auf der letzten Abfahrt vor dem Schlussanstieg knapp zwei Minuten hinter der Spitze. Dann aber flog sie förmlich an allen Kontrahentinnen vorbei.

Die nationale Meisterin Liane Lippert belegte den zehnten Platz und kam insgesamt auf Rang 14. Lippert gehörte einer Spitzengruppe an, die lange Zeit vor dem Feld fuhr und noch vor den Favoritinnen den ersten schweren Anstieg zum Ballon d’Alsace meisterte. Auf der harten Schlusssteigung war die Gruppe dann ohne Chance auf den Tagessieg.

Van Vleuten dominierte bereits am Samstag

Van Vleuten hatte am Samstag den Grundstein zum Tour-Triumph gelegt, als sie auf der Bergetappe durch die Vogesen eine 62 Kilometer lange Solofahrt hingelegt und mit über drei Minuten Vorsprung den Tagessieg geholt hatte. Am Sonntag musste sie zwischenzeitlich auf dem Rad einer Teamkollegin weiterfahren, ließ sich aber davon nur kurz aufhalten.

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Van Vleuten, die Ende 2023 ihre erfolgreiche Karriere beenden will, fügte damit neben ihrem Giro-Sieg einen weiteren großen Erfolg in dieser Saison hinzu. Dazu hatte die dreimalige Weltmeisterin auf der Straße auch den Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gewonnen und zweite Plätze bei der Flandern-Rundfahrt, dem Flèche Wallonne und der Strade Bianche belegt.

Die achte und letzte Etappe verfolgten am Sonntag wie bei den Männern in diesem Jahr viele Fans. Auf der Planche des Belles Filles endete auch eine Etappe der Männer-Rundfahrt. Damals war Ausreißer Lennard Kämna nur hundert Meter vor dem Ziel von den Topstars Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard eingeholt worden.

Die Vorgänger-Tour der Frauen, die zuletzt den Namen Grande Boucle Feminine Internationale getragen hatte, war zwischen 1992 und 2009 16-mal ausgetragen worden. Vor 13 Jahren ging die Britin Emma Pooley als letzte Siegerin in die Geschichte ein. Die Tour-Organisatoren der A.S.O. hatten nach langer Pause eine Nachfolgeveranstaltung auf die Beine gestellt.

ngo/dpa/sid
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