BBL-Geschäftsführer Holz Basketballliga will keine politischen Statements ihrer Spieler

Bilder protestierender Profis wie zuletzt aus der Fußballbundesliga will man im deutschen Basketball beim Neustart der Liga nicht sehen. Das sorgt jetzt schon für Unmut und Widerspruch.
Die BBL will am liebsten nur solche Bilder bei ihrem Neustart produzieren: Sport statt Protest

Die BBL will am liebsten nur solche Bilder bei ihrem Neustart produzieren: Sport statt Protest

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Andreas Gora/ picture alliance/dpa

Die Basketball-Bundesliga untersagt ihren Profis während des Spielbetriebs ähnliche Protestaktionen wie zuletzt in der Fußball-Bundesliga. "Grundsätzlich ist es so, dass politische Äußerungen im Ligabetrieb verbal oder non-verbal nicht gestattet sind", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz auf die Frage, ob Spieler mit Slogans auf Shirts oder Ausrüstungsgegenständen gegen Rassismus protestieren dürfen, wie dies zuletzt von Fußballprofis zu sehen war.

"Für uns gilt wie im Fußball: Wir treiben Sport, und es gibt keine politischen Äußerungen in jedwede Richtung, da öffnen wir nicht die Tür", sagte Ligachef Holz. Er betonte aber auch: "Gleichwohl hätten wir Verständnis, wenn das Thema gerade die Spieler aus den USA beschäftigt." Mit einem Meisterturnier mit zehn Teams will die BBL ihre Saison von Samstag an in München sportlich beenden.

Am vergangenen Spieltag der Fußball-Bundesliga hatten mehrere Profis durch verschiedene Aktionen und Gesten auf dem Rasen gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in den USA protestiert. DFB-Präsident Fritz Keller hatte Verständnis und "großen Respekt" dafür geäußert. "Ob und welche Sanktionen die Solidaritätsbekundungen der Spieler nach sich ziehen werden, muss der DFB-Kontrollausschuss klären", hieß es vom Deutschen Fußball-Bund.

Bayern Münchens Sportdirektor Daniele Baiesi hat in der Debatte um Besonnenheit geworben. Es handle sich um ein "sehr sensibles Thema", sagte der Italiener bei einer Video-Pressekonferenz vor dem Start des Quarantäneturniers. "Wir müssen das Thema auf umfassende Weise behandeln und in der Lage sein, dumme Kommentare und oberflächliche Analysen zu vermeiden", so der 44-Jährige. "Ich selbst bin ein Verfechter der Redefreiheit, mir aber auch bewusst, dass es angemessene Orte und Wege gibt, die eigene Meinung auszudrücken."

Die Münchner Profis würden über die Aussagen von Holz informiert. Das Thema habe auch mit individueller Verantwortung zu tun, befand Baiesi. Nationalspieler Danilo Barthel sagte: "Wenn man mich abseits des Feldes fragt, gebe ich klar meine Meinung ab und das ist ein klares Zeichen gegen Rassismus."

Seine klare Meinung machte der frühere Nationalspieler Per Günther deutlich. Der Ulmer Profi twitterte, es stehe jedem frei, sich politisch zu äußern. Wenn es deswegen zu Geldstrafen komme, werde er sich finanziell daran beteiligen.

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Rückendeckung erhielt er in seienr Haltung von Münchens Sportdirektor Marko Pesic. "In einer Zeit, in der es um Solidarität und Zusammenhalt geht, kann niemand den Spielern das Wort verbieten. Sich gegen Rassismus zu stellen, ist keine politische Äußerung, sondern eine Lebenseinstellung", so Pesic am Mittwoch.

aha/dpa

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