Doping-Betrug von US-Basketballer D.J. Cooper Er ist schwanger

Glückwunsch, Sie erwarten Nachwuchs! Der US-Basketballer D.J. Cooper musste Urin bei einem Dopingtest abgeben - und reichte eine Probe der Freundin ein. Der Betrug hatte Folgen.

Der US-Basketballer D.J. Cooper galt zu seiner Juniorenzeit als großes Talent
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Der US-Basketballer D.J. Cooper galt zu seiner Juniorenzeit als großes Talent


Der US-Basketballer Donnell D.J. Cooper ist wegen eines Dopingvorfalls für zwei Jahre vom Basketballverband Fiba gesperrt worden. Das klingt eigentlich nicht spektakulär, die Hintergründe dieser Sperre sind allerdings kurios.

Cooper soll bei einem Dopingtest betrogen und den Urin seiner Freundin abgegeben haben. Der Schwindel flog auf, denn die Urinprobe wies auf Humanes Choriongonadotropin (hCG) hin, das während einer Schwangerschaft im menschlichen Körper gebildet wird. Damit soll für den Verband klar gewesen sein: Die Urinprobe kann nicht vom 28-Jährigen stammen. Offenbar wussten weder Cooper noch seine Freundin, dass sie ein Kind erwarten. In seltenen Fällen kann hCG auch auf Tumore hinweisen und dann auch vom männlichen Körper gebildet werden, in diesem Fall wäre Cooper jedoch nicht gesperrt worden.

Was Cooper verbergen wollte, ist nicht bekannt

Der Vorfall soll sich vor einem Jahr ereignet haben, die Sperre der Fiba machte der slowenische TV-Sender RTV nun öffentlich. Auch andere Medien berichten darüber. Die Fiba bestätigte dem SPIEGEL die Dopingsperre (sie gilt bis zum 20. Juni 2020), wollte den Fall aber nicht weiter kommentieren.

Der US-Basketballer stand zuletzt bei der AS Monaco unter Vertrag und hatte im vergangenen Jahr geplant, für die bosnische Nationalmannschaft aufzulaufen. Für diesen Verbandswechsel war unter anderem ein Dopingtest notwendig. Was Cooper mit der falschen Urinprobe verbergen wollte, ist nicht bekannt.

Der gebürtige Chicagoer spielte von 2009 bis 2013 an der Ohio University und galt als großes Talent. Bei den NBA-Drafts 2013 war Cooper zwar gemeldet, aber kein Team wählte ihn aus. Anschließend wechselte der Point Guard nach Europa. Neben Monaco hat Cooper auch für Teams in Griechenland, Russland und Frankreich gespielt. Im Jahr 2017 war er der MVP in der französische ProA.

jan

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
optimist2030 06.08.2019
1.
Abgesehen von dem glücklichen Ereignis der Schwangerschaft, wird hier im Artikel nicht beschrieben wie die Praxis bei den Amis ist, eine Probe abzugeben. Das erscheint mir viel wichtiger. In Deutschland habe ich gehört bzw. gelesen steht ein Kontrolleur mit im WC, um Austausch zu verhindern. Scheint ja bei den Amis nicht so zu sein. Oder müssen das nur Europäer?
Schartin Mulz 06.08.2019
2. Das Schlimme
an der Sache ist, dass die Sache ohne die Schwangerschaft offensichtlich nicht aufgeflogen wurde. Und es offenbar überhaupt kein Problem ist, bei Dopingkontrollen zu betrügen.
makromizer 06.08.2019
3.
Zitat von optimist2030Abgesehen von dem glücklichen Ereignis der Schwangerschaft, wird hier im Artikel nicht beschrieben wie die Praxis bei den Amis ist, eine Probe abzugeben. Das erscheint mir viel wichtiger. In Deutschland habe ich gehört bzw. gelesen steht ein Kontrolleur mit im WC, um Austausch zu verhindern. Scheint ja bei den Amis nicht so zu sein. Oder müssen das nur Europäer?
"Der US-Basketballer stand zuletzt bei der AS Monaco unter Vertrag und hatte im vergangenen Jahr geplant, für die bosnische Nationalmannschaft aufzulaufen. Für diesen Verbandswechsel war unter anderem ein Dopingtest notwendig." Der Mann mag Amerikaner sein, aber das Geschehen hier hat wohl wenig damit zu tun, wie das "bei den Amis" gehandhabt wird.
bigmitt 06.08.2019
4. # 1 Es gibt da....
...im Handel frei erwerbliche Penisattrappen wie den " Wizzinator " der sogar per Batterie den Urin auf Körpertemperatur hält. Als Kontrolleur ist es immer eine Gradwanderung zwischen Menschenwürde und Einhaltung des SOP. Bestes Beispiel war Oliver Neuville bei seiner Probe die im Sommermärchen dokumentiert wurde. Der Kontrolleur soll eigentlich immer Sichtkontakt mit dem Probanten halten, aber wie man dort sah ging die Toilettentür zu.
FIFA87 06.08.2019
5. Wie kann das sein?
Normalerweise kann man doch nur etwas im Urin oder Blut nachweisen, wenn man danach sucht. Also ist es doch eigentlich unwahrscheinlich, dass man da eine Schwangerschaft nachweist, wird doch bei Dopingtests nach nderen Substanzen gesucht. M.E. hätte man keine Schwangerschaft nachweisen können, unabhängig davon, ob der Urin nun von ihm oder seiner Freundin stammte.
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