Bill Russell NBA zieht Trikotnummer aus dem Verkehr – als Hommage an tote Spielerlegende

Einmaliger Schritt für einen einmaligen Spieler: Zum ersten Mal in der NBA-Geschichte wird eine Trikotnummer ligaweit nicht mehr vergeben. Es ist eine von mehreren Aktionen, die den verstorbenen Bill Russell ehren.
Bill Russell (l.) im Dezember 1964

Bill Russell (l.) im Dezember 1964

Foto: Bill Chaplis / dpa

Nach dem Tod der amerikanischen Basketball-Legende Bill Russell will die NBA dessen Trikotnummer sechs in Zukunft ligaweit nicht mehr vergeben. Mit dieser bislang einmaligen Entscheidung soll das Leben und das Erbe von Russell geehrt werden, wie die nordamerikanische Profiliga NBA und die Spielergewerkschaft NBPA am Donnerstag mitteilten. Der nach Titeln erfolgreichste NBA-Profi der Geschichte war Ende Juli im Alter von 88 Jahren gestorben.

»Bill Russells beispielloser Erfolg auf dem Platz und als Pionier der Bürgerrechtsbewegung verdient es, auf einmalige und historische Weise gewürdigt zu werden«, sagte NBA-Commissioner Adam Silver. Indem Russells Trikot mit der Nummer sechs nicht mehr vergeben werde, werde man sich für immer an seine »überragende Karriere« erinnern.

Darüber hinaus will die Liga in der anstehenden Saison 2022/23 mit mehreren Aktionen an Russell erinnern. Alle Spieler sollen ein Abzeichen auf ihren Trikots tragen, in den Hallen soll neben den Anzeigetafeln ein Logo mit der Nummer sechs zu sehen sein.

Dass einzelne Teams die Nummern von besonders erfolgreichen Spielen aus dem Verkehr ziehen, kommt häufiger vor. Noch nie allerdings wurde in der kompletten Liga eine Nummer »in Rente geschickt«. Im Baseball und Eishockey gab es bereits vergleichbare Fälle. NBA-Spieler, die aktuell mit der Nummer sechs auflaufen – darunter bisher Topstar LeBron James – dürfen diese allerdings behalten.

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Abseits des Platzes aktiv gegen Rassismus

Bill Russell war als aktiver Spieler einer der prägendsten und einflussreichsten Basketballer in der frühen Phase der NBA. Er gewann mit den Boston Celtics zwischen 1957 und 1969 elfmal die NBA-Meisterschaft – so oft wie kein anderer Spieler.

Zudem holte er mit den Celtics als erster schwarzer Cheftrainer zwei Titel. Auf und abseits des Spielfelds machte Russell sich immer wieder für den Kampf gegen Rassismus stark und demonstrierte unter anderem mit Martin Luther King. 1961 boykottierte er ein Spiel, um auf die rassistische Diskriminierung von Schwarzen im Basketball aufmerksam zu machen.

jok/dpa
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