»Ich habe Angst, für immer hier bleiben zu müssen« In Russland inhaftierte US-Basketballerin Griner schreibt an Präsident Biden

»Bitte vergessen Sie mich nicht.« In einem Brief hat sich die seit Februar in Russland inhaftierte Basketballerin Brittney Griner an US-Präsident Biden gewandt. Russische Staatsmedien bringen derweil einen Austausch ins Gespräch.
Brittney Griner (r.) bei einer Gerichtsanhörung in Khimki nahe Moskau

Brittney Griner (r.) bei einer Gerichtsanhörung in Khimki nahe Moskau

Foto: EVGENIA NOVOZHENINA / REUTERS

Die seit Februar in Russland inhaftierte US-Basketballerin Brittney Griner fordert in einem Brief an US-Präsident Joe Biden ihre Freilassung. Verschiedene Medien, unter anderem ESPN  und CNN, zitierten aus dem Schreiben der 31-Jährigen. »Ich habe Angst, für immer hier bleiben zu müssen. Bitte vergessen Sie mich nicht«, heißt es in dem veröffentlichten Auszug.

Am Unabhängigkeitstag in den USA tue es Griner weh, wenn sie daran denke, wie »ich diesen Tag normalerweise feiere, denn Freiheit bedeutet für mich dieses Jahr etwas ganz anderes.« Griner betonte in dem Schreiben, wie sehr sie ihre Familie vermisst und zeigte sich für jegliche Unterstützung dankbar.

Ein Vertreter der Basketballerin sagte, man werde nicht den gesamten Brief veröffentlichen und auch nicht im Detail erläutern, wie er von Griners Gefängniszelle außerhalb Moskaus ins Weiße Haus gelangt sei.

Griner war am 17. Februar am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen worden. Ihr wird vorgeworfen, in ihrem Gepäck Vape-Kartuschen mit Cannabisöl mitgeführt zu haben. Ihr droht eine Strafe von bis zu zehn Jahren Haft.

Zuletzt war die Haft bereits bis zum 2. Juli (Samstag) verlängert worden, nun dauert diese mindestens bis zum Ende des Verfahrens an. Nach Angaben des US-Außenministeriums sitzt der Basketballstar ohne Grund in russischer Haft. Zuletzt hatten die Spielerinnen der US-Profiliga WNBA die Freilassung Griners gefordert.

Russische Medien berichten von Gesprächen über Austausch

Ihre Familie und ihre Unterstützer haben laut ESPN zuletzt versucht, den Druck auf das Weiße Haus und das US-Außenministerium zu erhöhen. Russische Staatsmedien hatten berichtet, dass es Gespräche über einen Austausch von Griner gegen einen Russen namens Viktor Bout geben soll, der eine 25-jährige Haftstrafe wegen Terrorismusfinanzierung verbüßt.

Griner wurde 2014 Champion mit Phoenix Mercury und gewann zweimal Gold bei Olympischen Spielen. Seit 2015 spielte sie in der WNBA-Pause in Russland bei UMMC Jekaterinburg.

mfu/sid
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