Erdoğan-kritischer Basketballstar Er heißt jetzt Enes Kanter Freedom

Enes Kanter lebt seit zehn Jahren in den USA. Nun wird der politisch aktive NBA-Profi amerikanischer Staatsbürger – und ändert bei der Gelegenheit auch gleich seinen Namen.
Enes Kanter Freedom wird US-Bürger

Enes Kanter Freedom wird US-Bürger

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Darren Abate / dpa

Ein neuer Pass, ein neuer Name: Der in der Türkei aufgewachsene Basketballprofi Enes Kanter wird am Montag die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten und sich dabei auch einen zusätzlichen Nachnamen eintragen lassen. Demnach soll der 29-Jährige künftig Enes Kanter Freedom, also Freiheit, heißen.

Einen entsprechenden Bericht von »The Athletic« bestätigte sein Agent der Deutschen Presse-Agentur. Ein Gericht habe die Namensänderung genehmigt, die US-Staatsangehörigkeit trete um 16 Uhr Ortszeit in Kraft.

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»Ich habe meinen Einbürgerungstest bestanden. Ende des Monats werde ich offiziell US-Bürger«, hatte der NBA-Profi von den Boston Celtics bereits in der vergangenen Woche gesagt. Die Vereinigten Staaten seien das »großartigste Land der Welt«.

Kritik an der Türkei und China

Der politisch aktive Kanter ist seit Jahren scharfer Kritiker des Regimes von Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei. Schon seit 2017 soll sein türkischer Pass eingezogen sein; der als Sohn türkischer Eltern in Zürich geborene Center gilt als staatenlos.

Kanter ist Anhänger der Gülen-Bewegung. Erdoğan macht den ebenfalls in den USA lebenden Fethullah Gülen für den Putschversuch im August 2016 verantwortlich.

Zuletzt hatte Kanter durch öffentliche Kritik an China wegen des Umgangs mit Tibet für erneute Spannungen zwischen Peking und der US-Basketballliga gesorgt. Er nannte den chinesischen Präsidenten Xi Jinping einen »brutalen Diktator« und erklärte, dass »Tibet dem tibetischen Volk« gehöre.

Tibet steht unter chinesischer Kontrolle. Menschenrechtsaktivistinnen und Exiltibeter werfen Peking unter anderem religiöse Unterdrückung, Folter und Zwangssterilisationen vor.

sak/sid/dpa
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