Protest gegen Polizeigewalt NBA-Spieler wollen Playoffs nach Streik fortsetzen

Nach dem Protest der Milwaukee Bucks gegen Polizeigewalt hat die NBA weitere Spiele abgesetzt - sehr zum Unmut von Donald Trump. Nun einigten sich die Teams offenbar auf eine Fortsetzung der Playoffs.
Zwischen den Milwaukee Bucks und den Orlando Magic wurde am Mittwoch nicht gespielt

Zwischen den Milwaukee Bucks und den Orlando Magic wurde am Mittwoch nicht gespielt

Foto: Ashley Landis / AP

Der Spielbetrieb in der NBA ruht weiter. Nach der Absage aller Play-off-Partien am Mittwoch wird es auch am Donnerstag in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga keine Spiele geben. Das gab die Liga am Nachmittag (Ortszeit) bekannt. "Wir hoffen, dass es Freitag oder Samstag weitergeht", wurde NBA-Vizepräsident Mike Bass in einer Mitteilung zitiert.

Am Donnerstagabend wird es laut Liga eine Videokonferenz geben. Einige Profis, Vertreter der 13 in den Play-offs verbliebenen Klubs und der Spielergewerkschaft NBPA, Liga-Offizielle sowie die NBA-Legende Michael Jordan werden daran teilnehmen. Der Besitzer der Charlotte Hornets ist Vorsitzender eines Ausschusses für Arbeitsangelegenheiten.

Wegen eines neuen Falls von Polizeigewalt in den USA waren die Milwaukee Bucks am Mittwoch nicht zu ihrem Achtelfinalspiel gegen Orlando Magic angetreten. Damit reagierten die Bucks auf die jüngste Gewalttat von Polizisten gegen einen schwarzen Amerikaner keine Autostunde südlich von Milwaukee. Der 29 Jahre alte Familienvater Jacob Blake war am Sonntag im US-Bundesstaat Wisconsin durch Schüsse der Polizei in seinen Rücken schwer verletzt worden.

US-Präsident Donald Trump kritisiert NBA

Die NBA sagte wenig später die beiden übrigen für den Tag angesetzten Partien ab. Andere nordamerikanische Ligen wie die Baseball-Liga MLB, die Fußball-Liga MLS und die Frauen-Basketball-Liga WNBA zogen nach.

Kritik gab es dafür unter anderem von US-Präsident Donald Trump. Die NBA sei so etwas "wie eine politische Organisation geworden", sagte Trump, "und das ist keine gute Sache." - "Ich weiß nicht viel über die Proteste. Aber ich weiß, dass ihre TV-Quoten schlecht waren, weil die Leute der NBA überdrüssig sind."

Am Donnerstag sollten eigentlich drei Begegnungen stattfinden: Das erste Viertelfinale zwischen dem Meister Toronto Raptors und den Boston Celtics (mit Daniel Theis) sowie die Achtelfinals Dallas Mavericks (mit Maximilian Kleber) - Los Angeles Clippers und Utah Jazz - Denver Nuggets. Dallas hatte schon vor der Liga bekannt gegeben, dass das Spiel nicht stattfindet. "In Solidarität mit der NBA-Familie" schrieb der Klub auf seiner Homepage.

Grundsätzlich wollen die Spieler zu den weiteren Playoff-Spielen nach übereinstimmenden Medienberichten des Senders ESPN  und der New York Times  wieder antreten. Am Donnerstag fand bereits ein Meeting der Profis statt. Nur die beiden Klubs aus L.A., Lakers und Clippers, haben sich angeblich für einen Saisonabbruch ausgesprochen.

Die Frauen-Profiliga WNBA sagte schon vor der NBA ihre drei für Donnerstag in Bradenton/Florida vorgesehenen Spiele ab.

ara/sid
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