Rassistische und sexistische Äußerungen NBA belegt Phoenix-Suns-Eigentümer mit Sperre und Millionenstrafe

Robert Sarver soll mindestens fünfmal das N-Wort benutzt und weibliche Angestellte sexuell belästigt haben. Dafür erhält er Sanktionen von der NBA, die aber noch viel härter hätten ausfallen können.
Robert Sarver ist seit 2004 Eigentümer des NBA-Teams Phoenix Suns

Robert Sarver ist seit 2004 Eigentümer des NBA-Teams Phoenix Suns

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Ross D. Franklin / AP

Die nordamerikanische Profi-Basketballliga NBA (National Basketball Association) hat Robert Sarver, den geschäftsführenden Gesellschafter der Phoenix Suns, für ein Jahr gesperrt und mit einer Geldstrafe in Höhe von zehn Millionen US-Dollar (etwa zehn Millionen Euro) belegt. Der 60-jährige US-Amerikaner soll bei den Suns ein toxisches Arbeitsumfeld geschaffen und sich mehrfach rassistisch und sexistisch geäußert haben, wie die Liga am Dienstag bekannt gab .

Hintergrund ist eine von der NBA beauftragte Untersuchung der Anwaltskanzlei »Wachtell, Lipton, Rosen & Katz«. Dafür seien 320 Personen befragt worden, darunter aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Suns und beim Schwesterteam Phoenix Mercury aus der weiblichen Profiliga WNBA (Women's National Basketball Association). Zudem seien mehr als 80.000 Dokumente ausgewertet worden, etwa E-Mails, Textnachrichten und Videos.

Von Sarver oder den Suns gab es am Dienstag keine unmittelbare Reaktion auf die Veröffentlichung des Berichts. Eingeleitet wurde der Prozess, nachdem der US-Sportsender ESPN im November 2021 erstmals über rassistische und sexistische Äußerungen Sarvers berichtet  hatte.

Mindestens fünfmal das N-Wort benutzt

Dem Untersuchungsbericht zufolge habe Sarver ein Verhalten an Tag gelegt, »das eindeutig gegen die üblichen Arbeitsplatzstandards verstieß, wie sie in den Regeln und Richtlinien des Teams und der Liga festgelegt sind«. Dazu gehörten die Verwendung rassistisch unsensibler Sprache, die ungleiche Behandlung weiblicher Angestellter, geschlechtsbezogene Äußerungen und Verhaltensweisen sowie eine harte Behandlung von Angestellten, die gelegentlich als Mobbing bezeichnet wurde.

Im Einzelnen heißt es in dem Bericht, dass Sarver bei mindestens fünf Gelegenheiten das »N-Wort« verwendete, weibliche Angestellte sexuell belästigte und Arbeiter anschrie und beschimpfte.

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Während seiner einjährigen Suspendierung darf Sarver weder an Spielen noch an Trainingseinheiten teilnehmen und sich auch nicht in NBA- oder WNBA-Büros, Arenen oder Trainingseinrichtungen aufhalten. Er darf in keiner Weise mit den Geschäften oder dem Basketballbetrieb der Teams zu tun haben und nicht an den Vorstandssitzungen der beiden Ligen teilnehmen. Außerdem muss Sarver ein Schulungsprogramm absolvieren, das sich auf Respekt und angemessenes Verhalten am Arbeitsplatz konzentriert.

Finanzielle Höchststrafe, aber keine schlimmeren Konsequenzen

Sarvers Geldstrafe in Höhe von zehn Millionen Dollar ist der Höchstbetrag im Sanktionenkatalog der NBA. Das Geld soll an Organisationen gespendet werden, die sich mit rassistischen und sexistischen Problemen innerhalb und außerhalb des Arbeitsplatzes befassen.

Die Dauer der Suspendierung von einem Jahr hingegen ist angesichts der schweren Fehltritte Sarvers eher als milde zu betrachten. Als 2014 Donald Sterling, damals Besitzer der Los Angeles Clippers, wegen rassistischer Äußerungen auffiel, gab es 2,5 Millionen US-Dollar Strafe – und eine lebenslange Sperre. Die Aufregung war groß, Clippers-Spieler protestierten gegen den eigenen Klubeigentümer. Am Ende wurde Sterling per Gerichtsentscheid zum Verkauf des Teams gezwungen.

Sarver, 60, ist seit 2004 Mehrheitseigentümer der Suns und Mercury. Zudem besitzt er den Fußballklub RCD Mallorca, der in der ersten spanischen Liga spielt. Der aus Arizona stammende Mann hat sein Vermögen im Bank- und Immobiliengeschäft gemacht.

mrk/Reuters
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