Cannabis-Kartuschen im Gepäck US-Basketballerin an Moskauer Flughafen festgenommen

Brittney Griner spielte bei einem russischen Team, um ihr Gehalt aufzubessern. Doch das Kapitel Russland könnte nun böse enden: Wegen eines Cannabis-Funds am Flughafen droht der US-Basketballerin eine hohe Strafe.
Die US-Basketballerin Brittney Griner in Aktion: Sie wurde offenbar am Moskauer Flughafen festgenommen

Die US-Basketballerin Brittney Griner in Aktion: Sie wurde offenbar am Moskauer Flughafen festgenommen

Foto: PHIL NOBLE / REUTERS

Die US-Basketballerin Brittney Griner ist offenbar am Moskauer Flughafen festgenommen worden. Wie der russische Zoll mitteilte, seien bei einer Spielerin des US-Teams im Februar sogenannte Vape-Kartuschen im Gepäck gefunden worden, die Cannabisöl enthielten. Laut den Angaben könne das eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren nach sich ziehen. Russische Medien berichteten, dass es sich dabei um Griner handele.

Wann die Festnahme genau war, teilten die Behörden nicht mit.

Griners Beraterin teilte mit, dass man um »Situation mit Brittney Griner in Russland« wisse und in engem Kontakt mit ihr, ihrem Rechtsbeistand, ihrer Familie und auch der WNBA sowie der NBA stehe. Die WNBA ist die Profiliga der Frauen in den USA, in der Griner für Phoenix Mercury spielt. Weitere Angaben wollte die Beraterin wegen des laufenden Verfahrens nicht machen.

Griner ist eine der Starspielerinnen der WNBA, siebenmal wurde sie ins All-Star-Team der Liga gewählt, 2016 gewann sie mit dem US-Nationalteam die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro.

Besserte ihr Gehalt mit Zweitklub in Russland auf

Griner war offenbar wegen ihres Zweitteams in Russland. Seit sieben Jahren spielt die 31-Jährige ebenfalls beim russischen Team UMMC Jekaterinburg. Das ist nicht ungewöhnlich: Basketballerinnen aus den USA bessern sich außerhalb der heimischen Saison in europäischen Ligen das Gehalt auf, in Russland soll Griner mehr als eine Million US-Dollar pro Saison verdient haben. Mehr als ein Dutzend WNBA-Spielerinnen spielten in diesem Winter in Russland und der Ukraine. Die WNBA teilte mit, dass alle anderen Spielerinnen die Länder verlassen haben.

Griner spielte zuletzt am 29. Januar für Jekaterinburg. Am Samstag hatten die USA alle US-Bürgerinnen und US-Bürger wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine zur sofortigen Abreise aus Russland aufgefordert. Als Gründe nannte das Außenministerium, dass US-Bürger potenziell durch russische Behörden schikaniert werden könnten.

In Russland gibt es harte Strafen für Cannabis-Besitz, sowohl der Konsum als auch der Besitz kann bereits mit Geld- und kurzen Haftstrafen geahndet werden. Die möglichen zehn Jahre, die nun von der Zollbehörde aufgerufen werden, sind eigentlich erst bei Besitzmengen von mehr als 100 Gramm fällig.

Vape-Kartuschen, wie sie Griner dabeigehabt haben soll, können über sogenannte Vaporizer konsumiert werden. Dabei wird der Inhalt nicht wie beim konservativen Rauchen verbrannt, sondern lediglich verdampft. Wie bei E-Zigaretten enthält der Dampf weniger schädliche und krebserregende Stoffe als Zigarettenrauch.

hba/AP
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