In Russland inhaftierte Basketballerin US-Präsident Biden versichert Griners Frau, sie schnell nach Hause zu holen

Brittney Griner sitzt seit mehr als vier Monaten in Russland in Haft. US-Präsident Joe Biden räumte ihrem Fall zuletzt nach öffentlichem Druck Priorität ein – nun telefonierte er mit der Familie der Basketballerin.
US-Präsident Joe Biden

US-Präsident Joe Biden

Foto: Patrick Semansky / AP

US-Präsident Joe Biden hat der Ehefrau der inhaftierten Basketballerin Brittney Griner, die in Russland vor Gericht steht, versichert, sich dafür einzusetzen, dass Griner so bald wie möglich freigelassen wird. Das erklärte das Weiße Haus in einer Mitteilung. Cherelle Griner, die die Art und Weise, wie der Fall ihrer Frau behandelt wurde, kritisiert hatte, sagte später, sie sei »dankbar« für die Annäherung, werde aber den öffentlichen Druck aufrechterhalten.

Bidens Gespräch mit Cherelle Griner folgte auf den persönlichen Appell von Brittney Griner an den Präsidenten in einem handgeschriebenen Brief, den das Weiße Haus am Montag erhielt. Griner sagte in dem Brief, dass sie befürchte, für immer in Russland inhaftiert zu sein und bat Biden, »mich und die anderen amerikanischen Gefangenen nicht zu vergessen«.

Griner ist seit mehr als vier Monaten in Russland inhaftiert und steht derzeit vor Gericht, weil ihr der Besitz von Vape-Patronen mit Cannabisöl vorgeworfen wird.

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Der Anruf erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die Familie Griner die Regierung Biden stärker unter Druck gesetzt hat, indem sie sich zu ihrem Fall geäußert hat – unter anderen in einem Brief von Brittney Griner an den Präsidenten und in Fernsehinterviews von Cherelle Griner, in denen sie sagte, sie glaube nicht, dass die Regierung genug tue, um ihre Frau nach Hause zu bringen.

Der öffentliche Druck auf Joe Biden stieg zuletzt

»Der Präsident rief Cherelle an, um ihr zu versichern, dass er sich für die schnellstmögliche Freilassung von Brittney Griner einsetzt, ebenso wie für die Freilassung von Paul Whelan und anderen US-Bürgern, die in Russland und auf der ganzen Welt zu Unrecht inhaftiert sind oder als Geiseln gehalten werden«, so das Weiße Haus in der Erklärung. Er las ihr auch einen Entwurf des Briefes vor, den der Präsident heute an Brittney Griner schicken wird.

Bidens Anruf folgte damit auch einem öffentlichen Appell von mehr als 1.100 schwarzen weiblichen Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Sport, Religion, Gewerkschaften, Medien, Bürgerrechten, Bildung, Regierung, Unterhaltung und Technologie. Darin wurde die Regierung aufgefordert, »eine Vereinbarung zu treffen, um Brittney schnell und sicher nach Hause zu bringen und sich sofort mit Brittneys Frau Cherelle zu treffen.«

Brittney Griner (rechts) vor Gericht

Brittney Griner (rechts) vor Gericht

Foto: EVGENIA NOVOZHENINA / REUTERS

Während des Telefongesprächs bot Biden der Familie von Brittney Griner seine Unterstützung an und verpflichtete sich, dafür zu sorgen, dass sie »alle mögliche Unterstützung« während der Bemühungen der Regierung um die Freilassung von Brittney Griner erhalten, so das Weiße Haus. Auch Vizepräsidentin Kamala Harris sprach mit Cherelle Griner.

»Ich bin den beiden dankbar für die Zeit, die sie mit mir verbracht haben und für ihr Engagement, BG nach Hause zu bringen«, sagte Cherelle Griner, die die Initialen ihrer Frau verwendete.

»Während ich weiterhin besorgt und offen sein werde, bis sie wieder zu Hause ist, bin ich hoffnungsvoll, weil ich weiß, dass der Präsident den Brief meiner Frau gelesen und sich die Zeit genommen hat, zu antworten«, fuhr sie in einer auf Instagram geteilten Erklärung fort. Ich weiß, dass BG in der Lage sein wird, Trost in dem Wissen zu finden, dass sie nicht vergessen worden ist.

Griner, 31, befindet sich inmitten eines Prozesses in Russland, der in der Vorwoche begann, nachdem sie am 17. Februar wegen des Besitzes von Cannabisöl verhaftet wurde, als sie zum Spielen für ihr russisches Team zurückkehrte. Bei einer Verurteilung wegen Drogenhandels im großen Stil drohen ihr zehn Jahre Gefängnis.

Die Wiederaufnahme des Prozesses war für Donnerstag angesetzt. Weniger als ein Prozent der Angeklagten in russischen Strafverfahren werden freigesprochen, und im Gegensatz zu den US-Gerichten können Freisprüche aufgehoben werden.

ara/AP
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