WBA-Schwergewichts-Boxen Revanche nach sechs Jahren – Chisora gewinnt gegen Pulew

Vor sechs Jahren trafen der englische Skandal-Schwergewichtler Dereck Chisora und der Bulgare Kubrat Pulew zum letzten Mal aufeinander. Pulew gewann nach Punkten. Jetzt ist Chisora die Revanche gelungen – und er hat wieder Großes vor.
Dereck Chisora (l.) überzeugte die Punktrichter gegen Kubrat Pulew mit Wirkungstreffern wie diesem

Dereck Chisora (l.) überzeugte die Punktrichter gegen Kubrat Pulew mit Wirkungstreffern wie diesem

Foto: Bradley Collyer / AP

Der englische Schwergewichts-Boxer Dereck Chisora hat sich im Kampf gegen den Bulgaren Kubrat Pulew durch einen Sieg nach Punkten den internationalen Titel der WBA gesichert. Der Titel rangiert weit unter einem Weltmeistertitel.

Dennoch war es eine gelungene Revanche nach sechs Jahren: 2016 waren Chisora und Pulew im Kampf um die EBU-Europameisterschaft erstmals aufeinandergetroffen. Pulew siegte damals nach Punkten.

Dieses Mal ging Chisora (33:12 Siege, 23 K.O.) als Underdog in den Kampf über zwölf Runden in der Londoner O2-Arena. Es wurde zu einem offenen Schlagabtausch: Chisora traf Pulew mehrfach am Kopf, blutende Cuts über beiden Augen machten dem 41-jährigen Bulgaren zu schaffen. Auch Chisora musste einige Wirkungstreffer einstecken, hing in der achten Runde kurzzeitig angeknockt in den Seilen. In der neunten Runde gelangen beiden Boxern wirkungsvolle Treffer. In der zehnten Runde ermahnte der Ringrichter Pulew für Schläge nach dem Gong. Pulew bearbeitete Chisora danach weiter, aber Chisora gelangen in der letzten Runde die auffälligsten Treffer.

Vor rund 7000 Zuschauern lauteten die Wertungen der drei Punktrichter 116:112 für Pulew sowie 116:112 und 116:114 für Chisora.

Der in Simbabwe geborene britische Schwergewichtler Chisora hat seine Karriere nach drei Niederlagen in Folge damit wiederbelebt und blickte nach dem Kampf bereits nach vorne: »Ich habe zu Eddie Hearn (Anm. d. Red.: britischer Boxpromoter) gesagt, wenn du mir den ›Bronze Bomber‹ organisieren kannst, bin ich glücklich.« »Bronze Bomber« ist der Spitzname des US-amerikanischen ehemaligen WBC-Weltmeisters Deontay Wilder.

Für Pulew war es die dritte Niederlage in 32 Profikämpfen, die beiden anderen erlitt er in Weltmeisterschaftskämpfen im Schwergewicht gegen den Ukrainer Wladimir Klitschko und den Briten Anthony Joshua.

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Promoter sieht Chisoras Karriere aufblühen

Promoter Eddie Hearn hält für Chisora noch weitere Kämpfe für möglich. »Die Leute reden über Chisora und sagen er solle die Handschuhe an den Nagel hängen. Er hat gerade ein Top-15- oder Top-10-Schwergewicht der Welt geschlagen, wie kann man ihn also kritisieren?«

Chisora gilt als Skandalboxer. Er sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen. Im Dezember 2016 warf er vor dem Kampf um den britischen Schwergewichtstitel bei einer Pressekonferenz einen Tisch auf seinen Kontrahenten Dillian Whyte. Vor seinem WM-Kampf im Jahr 2012 gegen den damaligen Weltmeister Vitali Klitschko verpasste er diesem eine Ohrfeige, mit seinem Landsmann David Haye geriet er ebenfalls aneinander.

vgl/rtr
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