Beschluss des Weltverbandes Boxer aus Russland und Belarus dürfen wieder an allen Wettkämpfen teilnehmen

Der ukrainische Verband wird suspendiert, Boxer aus Russland und Belarus wieder begnadigt: Der Kurs des Boxweltverbandes IBA unter seinem russischen Präsidenten sorgt weiter für Aufregung.
Umar Kremlew, der Boss des Boxweltverbandes

Umar Kremlew, der Boss des Boxweltverbandes

Foto: Alexander Zemlianichenko / dpa

Der Boxweltverband IBA lässt Sportler aus Russland und Belarus wieder zu seinen Wettkämpfen zu. Das hat der Verwaltungsrat des Verbands am Mittwoch beschlossen. Die Sportler dieser Länder dürfen unter ihren Nationalflaggen antreten. Bei Siegen werden ihre Nationalhymnen gespielt.

Die Entscheidung hatte der russische Weltverbandspräsident Umar Kremlew beim Kongress des Verbands vor anderthalb Wochen in Eriwan bereits angekündigt. »Sowohl das IOC als auch die internationalen Verbände müssen alle Athleten schützen, und es sollte keine Diskriminierung aufgrund der Nationalität geben«, hatte der Russe gesagt. »Es ist unser aller Pflicht, Sport und Athleten von der Politik fernzuhalten.«

Damit stellt sich die IBA gegen die Vorgabe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Sportler aus Russland und Belarus nach dem russischen Überfall auf die Ukraine von internationalen Wettkämpfen möglichst auszuschließen.

Beim Kongress von der Mehrheit bestätigt

Nachdem das IOC dem Verband fehlende Fortschritte und Transparenz bei Führung und Finanzen vorgeworfen hatte und Boxen bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles zu streichen droht, scheint Kremlew alle Zurückhaltung aufzugeben. Der Russe sieht sich gestärkt, weil er beim Kongress von 75 Prozent der 155 abstimmenden Nationalverbände als Präsident bestätigt worden war. Eine Wahl fand nicht statt.

Kremlew scheint bereit zu sein, Boxen notfalls ohne eine olympische Zukunft weltweit zu organisieren. »Ich arbeite für Sie, nicht für eine dritte Organisation«, rief er den Mitgliedsverbänden beim Kongress zu und betonte: »Wir sollten nicht olympisches Boxen sagen, sondern IBA-Boxen.«

Seit Kremlew Präsident ist, werden mithilfe des russischen Energie-Unternehmens Gazprom hohe Preisgelder bei Weltmeisterschaften gezahlt. Die nationalen Verbände profitieren ebenfalls.

Erst zuletzt hatte die IBA heftigen internationalen Protest ausgelöst, als man den ukrainischen Verband suspendiert hatte – mit der Begründung, die dortige Regierung mische sich in sportliche Angelegenheiten ein. Die ukrainischen Boxer dürfen allerdings weiterhin an Wettkämpfen teilnehmen – wie nun auch ihre Konkurrenten aus Russland und Belarus.

aha/rtr/sid

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